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Poggenpohl Möbelwerke GmbH

Interview mit Herrn Klaus Diefenbach, Personalleiter bei Poggenpohl Möbelwerke GmbH

Poggenpohl ist mit rund 500 Mitarbeitern eine der weltweit führenden Marken in der Herstellung luxuriöser Küchen und exportiert in über 70 Länder. Als Tischlerei 1892 gegründet, spezialisierte sich das Herforder Unternehmen zunächst auf Einbauküchen und später auf innovative Küchendesigns. Im neuen Jahrtausend gelang es neue innovative Küchenkonzepte zu entwickeln, die den Wohnraum mit dem Küchenraum ganzheitlich verbinden. Vor einigen Jahren verließen etliche Führungskräfte das Unternehmen und stellten es so vor eine große Herausforderung. Dr. Stefan Meinsen sprach mit Personalleiter Klaus Diefenbach über die Aufgaben des Personalmanagements in einem solchen Veränderungsprozess.

 

Herr Diefenbach, können Sie uns kurz die Situation beschreiben, in der Sie 2011 zu Poggenpohl gekommen sind? 

Die ganze Situation war schon sehr außergewöhnlich. Viele Führungskräfte haben in der Zeit das Unternehmen verlassen. Da stellte sich die Frage, welchen Weg das Unternehmen in Zukunft einschlagen wird. Es waren von Verlagerung bis Schließung eigentlich alle Optionen offen. Dementsprechend war durchaus eine erhebliche  Verunsicherung bei der Belegschaft zu spüren. Es ging dann vorrangig darum, das Unternehmen wieder aufzufangen und das Vertrauen in die Marke und in das Unternehmen Poggenpohl wieder herzustellen.   

Was waren Ihre konkreten Handlungsschritte für diesen Veränderungsprozess? 

Es musste zunächst ein neues Organisationskonzept auf die Beine gestellt werden. Ausschließlich aus den eigenen Reihen haben wir trotz des Zeitdrucks sehr sorgsam eine neue Organisation zusammengestellt. Das Zweite war, unserem Unternehmen und unseren Mitarbeitern eine neue Perspektive zu geben. Mit dem entstandenen 3-Jahres-Konzept wurde wieder an die Geschichte von Poggenpohl geglaubt. Unser Mutterkonzern Nobia hat uns an dieser Stelle sehr gut unterstützt.   

Welche Rolle haben die Mitarbeiter gespielt? 

Eine ganz entscheidende! Ein Schlüssel zum Erfolg war, den Mitarbeitern, die hier zum Teil seit über 20 Jahren arbeiten, mit ihren Kenntnissen über die Branche und das Unternehmen zu vertrauen. Wir haben - vor dem Hintergrund der Herausforderungen - Mitarbeiter mit viel Potenzial vorgefunden, die in der Lage waren und es noch sind, mit anzupacken, mitzuhelfen, die Dinge in die Hand zu nehmen. Die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung und der Mitarbeitervertretung war hervorragend und das Engagement des Personals war unglaublich. Die gesamte Belegschaft wurde mobilisiert und hat für Lösungen gesorgt. Es ist also gelungen, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen und auf einer neuen Basis innovativ und nachhaltig für die Stabilisierung zu arbeiten. Es ist ein Erfolg der Leute.  

Wo haben Sie als Personalleiter Ihre Aufgaben gesehen? 

Das ganze Personalmanagement hat sich vor allem gefragt: „Wie können wir die Führungskräfte und die Mitarbeiter bei dieser Herausforderung unterstützen? Was müssen wir tun, damit in knapper Zeit und mit hohem Kostendruck dieser Prozess erfolgreich wird?“ Ein besonders wichtiger Punkt war die Klarstellung von Zielsetzungen. Qualität und Lieferbereitschaft, die Kundenzufriedenheit und das Vertrauen in das Produkt und in die Marke waren immer Kernthemen. Es gab eine sehr zielorientierte Führung. In regelmäßigen Gesprächen wurden dann die Fortschritte überprüft und kontinuierlich Anpassungen vorgenommen, so dass die übergeordneten Schwerpunkte nie aus den Augen gelassen wurden. Das gab jedem Mitarbeiter und jeder Führungskraft Orientierung.  

Gab es dadurch einen Wandel in der Kommunikationsstruktur? 

Genau! Jeder Mitarbeiter und jede Führungskraft war natürlich für sein Aufgabengebiet speziell verantwortlich. Unser Konzept hat jedoch schon von Anfang an sehr auf Ganzheitlichkeit und Einbeziehung beruht. Jeder wusste vom anderen: „Wo sind wir gerade?“ Es wurde sehr teamorientiert gearbeitet. Wir sind stolz auf das, was wir geleistet haben, aber jetzt dürfen wir nicht versäumen, die Herausforderungen der nächsten Jahre in den Vordergrund zu stellen. Der Blick muss auf die Gesamtentwicklung gerichtet sein und für mich darauf, was das Personalmanagement zum Unternehmenserfolg beitragen kann.  

Es hört sich so an, als ob Sie den Bereich des klassischen Personalmanagements verlassen haben. 

Die klassischen Personalaufgaben liefen nebenher, ja. Es war für die gesamte Führungsmannschaft wichtig, ein wenig in die Rolle des General Managers zu schlüpfen. Ich konnte sehr viel mitgestalten und durfte Verantwortung übernehmen. Das war eine spannende Herausforderung und große Chance. 

Wie geht es nach der Stabilisierungsphase jetzt weiter? 

Die Veränderung hört jetzt nicht auf! Wir möchten die Marke Poggenpohl wieder mehr spürbar und erlebbar machen. Zum Beispiel mit der neuen Poggenpohl Küche  “P 7350“. Eine Kooperation mit dem Porsche Design Studio. Dort wurden innovative Lösungen mit hervorragendem Design und Spitzenqualität entwickelt, die weitere Zeichen Richtung Zukunft geben. Poggenpohl hat einen herausragenden Ruf als bekannteste Küchenmarke der Welt. Die Grundwerte der Marke werden wieder mehr in den Vordergrund gestellt. Nach den ersten Stufen der Restrukturierung und Neuausrichtung haben wir jetzt die Weichen gestellt, so dass wir in den nächsten Jahren ergebnisorientiert wachsen können. Wo können wir zusätzliches Geschäftsvolumen und Potenzial generieren? Wie können wir die Chancen der globalen Entwicklung nutzen? Wo können wir weiter Synergien entwickeln? Es ist ein sehr positives Gefühl den Mitarbeitern eine Perspektive aufzeigen zu können. Wir haben etwas Gemeinsames geschaffen und können uns auf dieser Basis zielgerichtet weiterentwickeln. Das motiviert die Mitarbeiter und das gesamte Management Team ungemein.     

Poggenpohl steht für intelligente Kücheneinrichtungen und innovative Gestaltungen. Worauf kommt es bei heutigen Küchen an? 

In Küchen orientiert man sich sich vor allem an Design und Funktionalität, daneben unterliegen aber zudem Material und Service hohen Qualitätsanforderungen. Wir beschäftigen uns in unternehmensübergreifenden Arbeitskreisen neben aktuellen Trends vor allem mit der Zukunft des Wohnens: Wie entwickelt sich die Küche im Familienleben, im gesellschaftlichen Leben? Kochen ist wieder mehr im Mittelpunkt angelangt.  

Ihr Unternehmen ist auch international sehr anerkannt. Was macht die Marke im Ausland so beliebt? 

Die Poggenpohl Küchen werden nach wie vor ausschließlich in Herford produziert. Ein ganz wesentlicher Aspekt für unsere internationalen Kunden ist dieses „Made in Germany“. Das ist ein Qualitätsmerkmal. Wir sind ein international agierendes Unternehmen, das für innovatives Designs, Qualität und hervorragenden Service steht. Wir möchten mit unseren Produkten, unserer Marke und unseren Mitarbeitern voran gehen und erfolgreich sein.

Vielen Dank für das sehr interessante Gespräch, Herr Diefenbach.

 

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