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31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
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CEWE Stiftung & Co. KGaA

Interview mit Frau Marion Blatt, Personalleiterin, und Herrn Carsten Heitkamp, Personalvorstand der CEWE Stiftung & Co. KGaA

Die CEWE Stiftung & Co. KGaA ist im Bereich Fotofinishing Technologie- und Marktführer mit über 3200 Mitarbeitern und 34000 Handelspartnern in 24 europäischen Ländern. Das 1961 gegründete Unternehmen überschritt 2012 erstmals die Grenze von 500 Mio. Euro Umsatz. Über 2 Milliarden Fotos verlassen jährlich in Fotobüchern, auf Tassen und Geschenkartikeln in optimaler Qualität die 11 Produktionsstandorte. Dr. Stefan Meinsen sprach mit der Personalleiterin Marion Blatt und Personalvorstand Carsten Heitkamp über die Wichtigkeit von Markenbewusstsein, Wertekultur und den Verbund von Tradition und Innovation in einem europaweit agierenden Unternehmen. 

Frau Blatt, Herr Heitkamp, CEWE hat eine lange und spannende Geschichte. Würden Sie die Entwicklung des Unternehmens kurz beschreiben? 

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1912 zurück, als Carl Wöltje mit einem Fotoatelier in Oldenburg begann. Das Unternehmen CEWE COLORBETRIEBE wurde dann von Heinz Neumüller  1961 gegründet. Es folgte eine lange Wachstumsperiode bis in Jahr 2002, die dann durch die digitale Transformationsphase abgelöst wurde. Technologien änderten sich und die Preise für Abzüge von Fotos sind Jahr für Jahr erheblich gefallen. Dies setzte die gesamt Industrie unter Druck und führte unter anderem dazu, dass sogenannte Fotofinisher, also Dienstleistungsunternehmen, die Filme und Fotos für Kunden entwickeln, aus dem Markt verschwanden. Diese lange Periode hat CEWE als eines der wenigen Unternehmen gut überstanden.  

Wie hat CEWE diese Herausforderungen bewältigt? Musste sich das Unternehmen neu erfinden? 

Auf jeden Fall mussten wir uns neu orientieren. Zu den Zeiten der analogen Fotografie gab es über das Jahr verteilt wichtige Geschäftszeiten, insbesondere die Sommersaison war unsere Hauptgeschäftszeit. Doch im Rahmen der Umstellung zur Digitaltechnik verlor dieser Geschäftsbereich mit der Zeit an Bedeutung. Entscheidend waren für CEWE dann unsere innovativen Ideen und guten Mitarbeiter. Es wurde in neue Technologien investiert, das Internet spielte plötzlich als Vertriebsweg eine große Rolle und musste konsequent ausgebaut werden, neue Produkte wurden entwickelt und die Marke CEWE wurde aufgebaut.   Der Erfolg hat sich eingestellt, weil der Vorstand von CEWE nicht nur die grundlegende Herausforderung rechtzeitig erkannt hat sondern auch dann konsequent handelte.  

Kann man sagen, dass das CEWE FOTOBUCH angelehnt ist an das klassische Fotoalbum? 

Auf jeden Fall. Die Menschen erfreuen sich daran, den Weg des einzelnen Fotos hin zu einem geordneten Fotoalbum mitzuerleben und ein erkennbares Endprodukt zu erschaffen, das miteinander verbindet. Deshalb ist es auch ein so beliebtes Geschenk. Wir haben über den digitalen Weg eine Möglichkeit gefunden,  ein Fotobuch abwechslungsreich, komplex und individuell zu gestalten. Dieses Produkt orientiert sich sehr stark an Events, wie beispielsweise Hochzeiten, runde Geburtstage, oder etwa eine besondere Reise.   Die Marke CEWE ist dadurch bekannter geworden. Unsere Kunden identifizieren sich mit dem Produkt. Unser Ziel ist es, mit den CEWE Artikeln Menschen glücklich zu machen - sie haben Freude, wenn sie das CEWE FOTOBUCH gestalten und sie haben Freude, wenn sie es verschenken. Und diejenigen, die sie beschenken, freuen sich über so ein großartiges, aufmerksames Geschenk. Viele unserer Produkte sind mit etwas Schönem assoziiert, beispielsweise mit Erinnerungen an Familienfeste. 

Kommt etwas von dieser positiven Assoziation bei den Mitarbeitern an? 

Unsere Mitarbeiter identifizieren sich extrem über die Produkte. Sie sehen zum Beispiel die Fernsehspots und merken dadurch, welchen Wert ihr erarbeitetes Produkt in der Gesellschaft hat. Wir haben letztes Jahr 5,8 Millionen Fotobücher verkauft. Da ist man dann schon stolz darauf, ein Teil dessen zu sein!  Zudem spielt sicherlich eine Rolle, dass wir hier bei CEWE eine gewisse Wertekultur entwickelt haben. Es besteht ein Zusammenspiel aus Offenheit und Transparenz auf der einen und Stabilität auf der anderen Seite. Die Türen stehen jedem offen. Jeder Mitarbeiter kann zu den Vorständen gehen und hat die Möglichkeit ein Gespräch zu suchen. Das schafft ein gutes Klima. So entsteht nebenbei eine gute Fehlerkultur.  Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es wird eindeutig kommuniziert: „Macht bitte etwas Innovatives, das vielleicht letzten Endes nicht funktioniert. Aber seid initiativ!“ Das muss vom Management vorgelebt werden. 

Worin zeigt sich die „Stabilität“? 

Wir haben beispielsweise keine große Fluktuation. Das zeigt sich zum Beispiel in der Geschäftsleitung: Es gab nur drei Personen, die dieses Unternehmen geleitet haben - in über 50 Jahren. Auf diese Weise werden Werte sehr konstant vermittelt. Es gibt keinen ständigen Wechsel an wichtigen Stellen. Im Mittelpunkt ist der Mitarbeiter mit der Nebenbedingung, dass wir in einem betriebswirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen arbeiten. Das ist hier der Fokus, damit wir weiter innovativ sind, die Marke stärken und nachhaltig wirtschaften können. 

Wo sehen Sie an diesem Punkt die Herausforderungen im Personalbereich? 

Es gibt so einige Themen, die mit dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens verbunden sein müssen. Wie sieht das Zukunftsmanagement aus? Wie schaffe ich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für unsere Mitarbeiter? Was sind eigentlich die Schwerpunkte in verschiedenen Lebenslagen, die ein Mitarbeiter hat? Wie sind wir im Bereich Wissensmanagement aufgestellt?  Wir haben in der Produktion primär die Herausforderung, mit neuen Produktionsverfahren und neuem Know-how die Mitarbeiter anzusprechen und zu fördern. Auf der anderen Seite haben wir in den IT- und Marketing-Abteilungen eher jüngere Mitarbeiter, die stärker in der Familiengründungsphase sind. Da ist dann die Frage: Wie können wir diese Mitarbeiter während der Kinderzeit im Unternehmen einbinden? Bei CEWE gibt es die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter ihre Kinder hier im Haus in der eigenen betrieblichen Kinderbetreuung unterbringen. Dieser Ausdruck von Partnerschaft spiegelt den Kern des Unternehmens gut wieder: Wir achten und respektieren die Menschen, die hier arbeiten. 

Verspüren Sie als großer, langjähriger Arbeitgeber eine Verbundenheit zum Standort Oldenburg? 

Definitiv.Das gehört für uns zu dem Thema „Gesellschaftliche Verantwortung“. CEWE fördert in Oldenburg zahlreiche Projekte aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Gesellschaft. Zum Beispiel sind unsere Mitarbeiter dazu aufgefordert, uns ihr Engagement in ehrenamtlichen Bereichen mitzuteilen. CEWE möchte diese Helfer nicht nur sehen und würdigen, sondern auch wertschätzen. Das geschieht beispielsweise durch finanzielle Unterstützung für die jeweiligen Einrichtungen oder Vereine.  Wir fördern mit diesen Beiträgen die Mitarbeiter, die sich sozial oder kulturell an dem Standort und für die Stadt Oldenburg engagieren. Damit füllen wir die Unternehmensleitlinien mit Leben.  

Frau Blatt, Herr Heitkamp, ich bedanke mich ganz herzlich für das interessante Gespräch!        

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