Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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HARTING Technologiegruppe

Interview mit Frau Sabine Wittenbrink-Daut, General Manager Human Resources der HARTING Technologiegruppe

Die HARTING Technologiegruppe aus Espelkamp in Nordrhein-Westfalen, 1945 gegründet, ist ein internationaler Technologiekonzern, weltweit führend im Bereich von schweren Industrie-Steckverbindern. Bei HARTING werden bewährte Technologien mit hohem Innovationsgrad und Qualität kombiniert. Noch immer familiengeführt legt das erfolgreiche Unternehmen großen Wert auf Tradition und die eigene Herkunft. Die Keimzelle des Unternehmens war eine kleine Werkshalle in Minden. Engagement und unternehmerische Weitsicht ebneten den Weg für die Weiterentwicklung zu einem heute weltweit erfolgreich agierenden Unternehmen. Dr. Stefan Meinsen sprach mit Sabine Wittenbrink-Daut, General Manager Human Resources, über den ständigen Wandel im Personalbereich, die Entwicklung eines leistungs-förderlichen Betriebsklimas und die hauseigene Entwicklung der Führungskräfte.
 
 
Frau Wittenbrink-Daut, welchen Stellenwert hat das Thema HR bei HARTING? 

Einen sehr hohen! Schon vor über 15 Jahren wurde entschieden, dass das Thema ‚Personal’ im Vorstand vertreten sein muss – das zeigt die Wertschätzung und Stellung, die der HR-Abteilung hier entgegengebracht wird. So gibt es einen produktiven Austausch auf Augenhöhe mit der Geschäftsführung. Man muss natürlich zeigen, dass man es kann. Aber ich finde, da liegt gerade die Herausforderung. Es geht darum, zu beweisen, dass man über seine eigene operative Exzellenz hinaus einen guten und sinnvollen Beitrag leisten kann. Das Thema HR ist kein Selbstläufer. Die beste Werbung ist der Erfolg – auch intern.  

Worauf setzen Sie momentan Ihren Fokus? 

Ich beschäftige mich im Moment sehr stark mit dem Thema Management Development. Wir möchten unsere Führungskräfte umfassend darauf vorbereiten, was von ihnen erwartet wird und was unsere Strategie ist. Wenn in unseren Leadership Principals steht: „Unsere Führungskräfte sind Rolemodels“, was heißt das eigentlich tatsächlich für meinen eigenen Führungsalltag? Und da ist Führung das große Thema, mit dem wir uns beschäftigen. Passen unsere Management Development Programme zu uns? Führung fängt bei uns schon auf Teamleiterebene an. Da geht es insbesondere um die fachliche Führung. Und so haben wir seit ca. zwei Jahren Programme für die Vorarbeiter-, und Meisterebenen entwickelt. Wir verlangen sehr viel von den Mitarbeitern und bekommen dafür hervorragende Leistungen zurück. Das ist für uns ein wichtiger Stellhebel zur Erreichung unserer Strategieziele. 

Was versprechen Sie sich konkret davon, den Schwerpunkt auf Management Development zu legen? Was ist für Sie das Neue an dem Thema? 

Wir möchten, das ist das Neue, dass unsere Führungskräfte nicht auf die Direktive der Unternehmensleitung „Geht diesen Weg“ warten. Stattdessen geht es uns um eine bewusste Investition in unsere Führungskräfte, um diese für die Entscheidung zu befähigen: „Ich nehme eigene Verantwortung wahr. Ich muss selber aktiv werden. Meine Rolle als Führungskraft ist definiert, denn die habe ich selber mit euch definiert. Und ich kriege die Tools und die Methodiken an die Hand, um selbstständig zu handeln.“ Wir versprechen uns davon, dass dieses Commitment zu unseren gemeinsamen Unternehmenszielen wirklich vorhanden ist und alle an einem Strang ziehen.   

Im Mittelstand wird dieses Commitment und diese Eigenverantwortung immer mehr gewünscht. Wie ist das bei HARTING? 

Bei uns wird darauf viel Wert drauf gelegt. Wir sind mittlerweile ein Unternehmen mit über 4000 Mitarbeitern weltweit. Wir haben hoch gesteckte Ziele und fokussieren uns darauf, dass wir Kraft nicht nur ganz oben haben, sondern auch in unseren einzelnen Führungsebenen. Daraus entwickeln wir Power.  

Ist es da ein Vorteil, dass die Mehrzahl der Mitarbeiter Verantwortung übernehmen möchte? 

Ja, definitiv. Das passt auch gut zu dem, was wir im Hinblick auf die Organisationsentwicklung unternehmen. Wir arbeiten gerade an einem großen internen Projekt: Wir möchten erreichen, dass alle unsere weltweiten Gesellschaften in dieselbe Richtung blicken und erkennen, dass sie ein gemeinsames Ziel vor Augen haben: Den Kunden. Wir haben alle eine Wertschöpfungskette und möchten erreichen, dass alle ein Stück näher zusammen rücken.  Wir entwickeln und produzieren unterschiedliche Produkte, aber trotzdem ist alles am Ende „HARTING“. 

Nehmen die Mitarbeiter die Anstrengungen der HR-Abteilung wahr? Drücken sie aus, dass sie die verschiedenen Aktivitäten mitbekommen und dass sie eine wichtige Rolle im Unternehmen spielen? 

Wir erfahren durch die Umfragen, dass hier eine gewisse Kultur von den Mitarbeitern empfunden wird. Unsere Philosophie stellt den Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Das heißt, die Wertschätzung für die Mitarbeiter wird deutlich. Sie wissen um ihre Wichtigkeit im Unternehmen. 

Was meinen Sie, wodurch wird das für Mitarbeiter sichtbar? Wo spüren die das? 

Wir haben viele Angebote für Mitarbeiter, die vielleicht nicht unbedingt direkt mit der Wertschöpfungskette in der Steckverbinderindustrie zusammenhängen. „Ganzheitliches Gesundheitsmanagement“  ist nur ein Thema zum Beispiel. Oder das Thema „Aktive Pause“ - unsere Mitarbeiter können freiwillig in ihrer Pause an Übungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten teilnehmen. Zudem statten wir die Arbeitsplätze ergonomisch optimal mit höhenverstellbaren Tischen und modernen Beleuchtungssystemen aus. Das sind nur wenige praktische Beispiele. Wir wollen, dass solche Themen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Unternehmen ziehen. Sie müssen überall sichtbar werden, nicht nur im Management.  

Inwiefern spielt es für Sie als Human Resource Manager eine Rolle, dass Sie in einem familiengeführten Unternehmen arbeiten? 

Unsere mittelständische Struktur und der Vorteil von schnellen internen Entscheidungen – auf diesen Standbeinen stehen wir. Zusätzlich entsteht aber durch die Verbundenheit mit der Familie Harting eine Identifikation:  „Mit der Familie kann ich mich identifizieren und für die möchte ich gerne arbeiten. Die Produkte sind innovativ. Die Firma ist nachhaltig erfolgreich. Und das Unternehmen, das fordert und fördert. Hier geht es mir gut!“   

 

Frau Wittenbrink-Daut, ich danke Ihnen für das interessante Gespräch!
 

 

 

 

 

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