Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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Meyer & Meyer Holding GmbH & Co. KG

Interview mit Michael Meyer, geschäftsführender Gesellschafter der Meyer & Meyer Holding GmbH & Co. KG

In 110 Jahren Unternehmensgeschichte ist das Osnabrücker Familienunternehmen vom Transporteur mit Pferd und Wagen zu einem international agierenden Logistikunternehmen gewachsen. Seit mehr als 60 Jahren ist die Meyer & Meyer Holding GmbH & Co. KG auf Fashionlogistik spezialisiert und bietet ihren Kunden eine einmalige Rundumbetreuung „from sheep to shop“. Gemeinsam mit rund 2.000 Mitarbeitern sorgen die geschäftsführenden Gesellschafter Michael und Rolf Meyer dafür, ihren Kunden mit Transport- und Logistiklösungen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette das Leben zu erleichtern.

 

Herr Meyer, wodurch zeichnet sich Ihr Unternehmen aus?

Wir sind ein Familienunternehmen mit langer Tradition. Der Erfahrungshintergrund und das erarbeitete Branchenwissen von drei Generationen sowie ein über lange Jahre aufgebautes internationales Netzwerk bringen schon eine gewisse Nachhaltigkeit mit sich. Zusätzlich sind wir in unserem täglichen Handeln darauf bedacht, alles mit dem Nachhaltigkeitsgedanken anzugehen.

Was kann man sich unter nachhaltigem Handeln vorstellen?

Wir arbeiten mit speziell für unsere Bedürfnisse passenden Recyclingkonzepten, beispielsweise für Folien, Kartonagen und Kleiderbügel. Zudem betreiben wir hier in der Region sehr große Photovoltaikanlagen. Mit diesen Anlagen reduzieren wir den CO2 Ausstoß jährlich um 330 Tonnen. Im vergangenen Jahr wurden wir für unser Engagement mit dem Eco Performance Award des DKV Euro Service und der Universität St. Gallen ausgezeichnet.

Wie vereinen Sie Umweltschutz und Transportgeschäft?

Wir planen die Routen sehr genau und schulen die Fahrer darin, Treibstoff zu sparen. Mit einer sogenannten Telematik-Software werden Telemetriedaten erfasst, um den Kraftstoffverbrauch möglichst gering zu halten. Außerdem setzen wir bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen auf die neueste Umwelt-Technik. Derzeit testen wir im Rahmen eines Forschungsprojekts Elektro-LKWs für die Innenstadt-Logistik. In Zukunft möchten wir so noch mehr CO2 einsparen.

Wie wichtig ist Ihnen die Mitarbeiterentwicklung?

Die Mitarbeiter stehen bei uns im Vordergrund und wir haben ein ausgeprägtes Interesse daran, sie langfristig bei uns im Unternehmen zu halten. Aus diesem Grund ist die Förderung und Entwicklung unserer Mitarbeiter einer unser Führungsgrundsätze. Arbeit sollte auch Spaß machen und immer wieder spannende Herausforderungen mit sich bringen. So möchten wir  unsere Mitarbeiter dauerhaft motivieren. Außerdem bieten wir ihnen  ein umgangreiches betriebliches Gesundheitsprogramm und eine Betriebskinderkrippe – die „Fledder-Mäuse“.

Was umfasst dieses Gesundheitsprogramm?

Unser Gesundheitsmanagement  adressiert sowohl körperliche, als auch psychische Gesundheitsbeeinträchtigungen. Es gibt beispielsweise eine Beratungshotline, die den Mitarbeitern  7 Tage die Woche an 24 Stunden zur Verfügung steht. Die Mitarbeiter bekommen dort Beratung zu Krankheit und Pflege aber auch beispielsweise Schuldnerberatung oder Tipps zum Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz. Außerdem haben wir 7 interne Stress-Coaches, die bei Überforderung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir bieten Reha-Sport-Kurse an und regelmäßige Sprechstunden bei unseren Coaches des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Wie kamen Sie auf die Idee einer Betriebskinderkrippe?

Da wir ein Familienunternehmen sind, hat die Familie bei uns natürlich einen hohen Stellenwert. Mitarbeitern in Elternzeit möchten wir ermöglichen, sofern dies gewünscht ist, möglichst schnell wieder in den Beruf einzusteigen. Außerdem trägt eine Betriebskinderkrippe zu unserer Attraktivität als Arbeitgeber bei. Mitarbeiter legen heutzutage immer mehr Wert auf solche Dinge.

Was erwarten Sie im Gegenzug von Ihren Mitarbeitern?

Wir erwarten absolute Zuverlässigkeit und Engagement. Nur wenn wir Mitarbeiter haben, die uns – der Geschäftsleitung – den Rücken frei halten, können wir uns der Arbeit am Unternehmen widmen. Zu unserem großen Glück haben wir solche Mitarbeiter. Meinem Cousin und mir bleibt so Zeit an vielen neuen Ideen zu arbeiten und neue Konzepte für unser Unternehmen zu entwickeln.

Was tun Sie neben den genannten Aktivitäten noch, um Ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern?

Wir setzen auf einen modernen Internetauftritt, um das Interesse von potenziellen neuen Mitarbeitern zu wecken. Wir bieten jährlich bis zu 30 Ausbildungsplätze in neun verschiedenen Berufen an und fördern unsere Mitarbeiter auch nach der Ausbildung, bspw. im Rahmen von  Führungstrainings, Schulungen im Bereich Textil-Kompetenz oder regelmäßigen Fahrer- und Disponentenschulungen. In den vergangenen Jahren war es besonders schwer Berufskraftfahrer zu finden. Darum holen wir jetzt vermehrt Fahrer aus Polen zu uns.

Kommt es dadurch manchmal zu Integrationsschwierigkeiten?

Diversität spielt bei uns eine große Rolle und bleibt bei 44 internationalen Standorten gar nicht aus. Wir beschäftigen Mitarbeiter aus 60 verschiedenen Nationen, darunter sind sämtliche Religionen vertreten. Die gegenseitige Toleranz unter unseren Mitarbeitern ist uns ganz besonders wichtig und einer unserer zentralen Werte – jeder wird gleich behandelt. Jemand der da nicht mitzieht hat bei uns keine Zukunft.

Ein gutes Schlusswort. Vielen Dank für das Interview Herr Meyer!

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