Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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Steuerberatungsgesellschaft Dr. Macho + Partner

Interview mit Mathias Sprenger, Peter Teuber und Manfred Ebeler, Partner der Steuerberatungsgesellschaft Dr. Macho + Partner

Rund 64 Jahre steht die Steuerberatungsgesellschaft Dr. Macho + Partner mittelständischen Unternehmen sowie öffentlich-rechtlichen Gebietskörperschaften, freien Berufen und natürlichen Personen vertrauensvoll zur Seite. Seit nunmehr 10 Jahren leiten Mathias Sprenger, Peter Teuber und Manfred Ebeler die Geschicke der Mindener Kanzlei. Die in jahrelanger Berufsausübung erreichten Qualitätsstandards werden durch den fachübergreifenden Austausch im Team sowie die ständige Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter gesichert. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern aus allen Bereichen trug maßgeblich zum jahrzehntelangen Erfolg der Kanzlei bei und machte aus der Steuerberatungsgesellschaft Dr. Macho + Partner ein Dienstleistungsunternehmen mit ganzheitlichem Beratungsansatz.

Welche Veränderungen konnten Sie in den vergangenen 10 Jahren beobachten?

Unser Mandantenstamm hat in den vergangenen Jahren nur einer sehr geringen Fluktuation unterlegen und ist dabei kontinuierlich gewachsen. Mit Übernahme der Verantwortung haben wir versucht, unsere Arbeitsweise noch mehr an die Bedürfnisse unserer Mandanten anzupassen. Wir sind ihnen näher und haben mehr persönliche Kontakte zu ihnen, als dies früher üblich war. Wir arbeiten weniger aus unserem Büro heraus und sind stattdessen mehr vor Ort. Außerdem haben wir in den vergangenen Jahren konsequent auf Teamarbeit gesetzt.

Was ist der Grund für diesen Wandel?

Das hat verschiedene Gründe. Auf der einen Seite hat nicht nur bei uns, sondern natürlich auch bei vielen unserer Mandanten ein Generations- und damit auch Mentalitätswechsel stattgefunden. Mittelständische Unternehmen sind heutzutage deutlich professioneller in ihrer Unternehmenssteuerung aufgestellt als früher. Dementsprechend erwarten sie auch eine entsprechend ausgerichtete Dienstleistung ihrer Berater. Das Verhältnis Mandant – Berater hat sich verändert und muss heute in der Zusammenarbeit viel intensiver geführt werden. Hier hilft uns, dass wir personell - mit drei Berufsträgern als Partner bzw. Gesellschafter - sehr gut aufgestellt sind und uns so ausreichend Zeit nehmen können, uns intensiv mit unseren Mandanten und deren Problemstellungen zu beschäftigen.

Inwiefern hat sich das Verhältnis Mandant – Berater geändert?

Vor einigen Jahren noch hatten Berater den Status einer „grauen Eminenz“ im Hintergrund und wurden in vielen Fällen erst eingeschaltet, wenn die Projekte bereits weit fortgeschritten waren. Heute erfolgt die Hinzuzieung der Berater deutlich frühzeitiger. Man wird aktiv in die Problemlösungsphase eingebunden und kann dementsprechend begleitend und erheblich gestalterischer eingreifen. Optimal ist hierbei, wenn man seitens des Mandanten als Teil des Unternehmensteams betrachtet wird und durch fortwährenden Informationsaustausch nicht nur frühzeitig Probleme erkennen, sondern diese im Idealfall schon vor Auftreten vermeiden helfen kann.

Welche Herausforderungen gehen damit für Sie einher?

Neben der unbestritten notwendigen fachlichen Qualifikation, die jederzeit aktuell sein muss und bei der man am ehesten mit anderen Beratern im Wettbewerb steht, ist die persönliche Beziehung sehr wichtig geworden. Damit ist aber nicht eine in erster Linie freundschaftliche Beziehung gemeint, sondern vielmehr ein Verhältnis, dass stark von persönlichem Vertrauen geprägt ist. Und persönliches Vertrauen entsteht nur dann, wenn man Kenntnisse über den Charakter und die Eigenheiten eines Mandanten erlangt und – was noch viel wichtiger ist – auch von sich selbst preisgibt. Vertrauen kann keine Einbahnstraße sein, sondern ist ein Prinzip auf Gegenseitigkeit.

Was macht eine gute persönliche Beziehung zum Mandanten aus?

So eine Bindung aufzubauen ist ein langwieriger Prozess. Die Chemie muss stimmen, ansonsten kann keine Vertrauensbasis entstehen. Der Mandant erwartet von seinem Berater eine zügige Antwort auf seine Fragestellungen, wobei es oftmals schon ausreicht, mit einem ersten Rat die Lösungsrichtung anzugeben. Er möchte sein Anliegen nicht erst detailliert schriftlich formulieren. Auch ist die kurzfristige Verfügbarkeit ein ganz entscheidender Faktor. Obgleich wir natürlich unsere Dienstleistung verkaufen, stellen wir unseren Mandanten auch nicht für jedes Telefonat eine Rechnung, die den Mandanten quasi von der Beratungsnachfrage in kleineren Fragen abhält. Darüber hinaus stellen wir ihnen mit Kontakten u. a. zu Kreditinstituten, ein Netzwerk zur Verfügung, auf das sie bei Bedarf kurzfristig zurückgreifen können.

Ihre Mandantschaft sind Mittelständler, was würden Sie aus Ihrer Erfahrung sagen, macht die Erfolgreichen aus?

Der erfolgreiche Unternehmer kennt sein Produkt, den Markt und seine Stellung darin. Er muss wissen, ob er bspw. in der Lage ist, als Marktführer zu agieren, oder ob ihm eventuell die entsprechende Marktform und die Vertriebsfähigkeiten fehlen. Wer aus einer falschen Einschätzung der eigenen Marktposition heraus z.B. versucht Wachstum ausschließlich über Menge zu erreichen, wird in der Regel scheitern. Insbesondere schnelles Wachstum bringt zudem besondere Herausforderungen für die inneren Strukturen und Abläufe mit sich, die von einem Mittelständler oftmals unterschätzt werden.

Wie kann man stattdessen Wachstum generieren?

Erfolg sollte man nicht immer nur an Größe und Wachstum festmachen. Oftmals ist es schlauer, sich auf Nischen zu konzentrieren. Unternehmer sollten sich ihrer Stärken bewusst sein und versuchen, eventuell vorhandene Alleinstellungsmerkmale zu nutzen. Eine gute Unternehmenskultur, eine gesunde Struktur und eine vernünftige Führungsart und –weise sind außerdem maßgeblich erfolgsentscheidend.

Konnten Sie diesbezüglich in den letzten Jahren eine Veränderung beobachten?

Noch vor zehn Jahren waren mittelständische Unternehmen oftmals patriarchalisch geprägt. Heute wird mehr auf Teamarbeit gesetzt. Der erfolgreiche Unternehmer ist derjenige, der ein Team mit allem nötigen Know-how im eigenen Unternehmen hat und dieses Wissen voll ausschöpft.

Sie sprachen von der Konzentration auf eine Nische. Wie findet man die „richtige“ Nische?

Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Auch hier ist es notwendig, den eigenen Markt und auch seine Wettbewerber zu kennen. Wer produziert was, wer ist wo stark und wo ist man selbst am stärksten. Man muss von seinen Produkten selbst hundertprozentig überzeugt sein und  dies auch entsprechend kommunizieren. Marktbeobachtung und –kenntnisse sind auch hier das A und O. Dazu kommt die stetige Fortentwicklung der eigenen Produkte.

Welche Herausforderungen sehen Sie auf den Mittelstand zukommen?

Das Thema Fachkräftemangel wird in den kommenden Jahren eine große Rolle spielen. In vielen Bereichen, ob Technik, Vertrieb oder kaufmännische Bereiche, ist es heute schon schwierig, die richtigen Mitarbeiter zu finden, mit denen man das Unternehmen stärken kann. Die Unternehmen müssen verstärkt für sich werben. Wenn die Weichen jetzt nicht gestellt werden, werden die Auswirkungen dieser Nichtfortentwicklung in 5 – 10 Jahren spürbar werden. Das Unternehmen wird nämlich spätestens dann hinter die Wettbewerber zurückgefallen sein.

Welche Maßnahmen werden schon heute ergriffen, um dem entgegenzuwirken?

Unsere Mandanten machen viel Öffentlichkeitsarbeit, präsentieren sich in den Medien und arbeiten mit Schulen und Hochschulen zusammen. Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, ist es in erster Linie einmal wichtig, die hier ansässigen oder zukünftigen Fachkräfte in der Region zu halten. Das Anwerben aus anderen Regionen ist dann der nächste Schritt.

Herr Sprenger, Herr Teuber, Herr Ebeler, ich danke Ihnen für das Interview!

 

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