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31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
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Meurer Verpackungssysteme GmbH

Interview mit Ludger Richter, Geschäftsführer Meurer Verpackungssysteme GmbH

Das im Jahre 1969 von Franz-Josef und Christel Meurer gegründete Familienunternehmen gehört heute zu den führenden Herstellern von Folien- und Kartonverpackungsmaschinen sowie Anlagen für die Palettier- und Fördertechnik. In zwei modernen Werken in Fürstenau und Freren arbeiten ca. 600 Mitarbeiter an der Entwicklung, der Fertigung und der Montage von Einzelmaschinen bis hin zu kompletten Verpackungslinien. Der Umfang ihrer Produktpalette verschafft der Meurer Unternehmensgruppe einen einzigartigen Wettbewerbsvorteil, mit welchem nur wenige Konkurrenten mithalten können. Von Beginn an nimmt die Innovationsbereitschaft bei Meurer einen hohen Stellenwert ein - permanente Forschung und Neuentwicklungen garantieren den Anspruch auf technologischen Vorsprung. Geschäftsführer Ludger Richter stellte sich für ein Interview zur Verfügung.

Herr Richter, was sind die Erfolgsfaktoren der Meurer Unternehmensgruppe?

Meurer war schon immer sehr innovativ. Wir sind darauf spezialisiert Kundenlösungen zu entwickeln. Für unsere Kunden bieten wir rundum Service aus einer Hand. Somit haben wir eine sehr hohe Fertigungstiefe von ca. 85 %. Wir sprechen zuerst mit den Kunden und entwickeln deren Bedürfnissen entsprechende Lösungen. Da wir mit der Lebensmittelindustrie gewachsen sind, wo Innovation bekanntlich großgeschrieben wird, hat sich auch unsere Produktpalette stetig erweitert. Wir wollen unseren Entwicklungsbereich auch in Zukunft weiterhin verstärken und investieren dort jedes Jahr etwa 8 bis 10 Prozent unseres Umsatzes.

Inwiefern hat Meurer von der Zusammenarbeit mit der Lebensmittelindustrie profitiert?

Im Lebensmittelbereich herrscht ein klassischer Verdrängungswettbewerb. Es kommen ständig neue Produkte auf den Markt. Wir können alle nicht mehr essen, aber es werden Alternativen geschaffen, für die immer wieder auch neue Verpackungsvarianten nötig sind. Meurer hatte von Beginn an das Glück, mit starken Partnern aus der Getränkeindustrie zusammenzuarbeiten. In dem Bereich haben wir uns besonders stark entwickelt und sind zurzeit konkurrenzlos. Unsere Maschinen liegen vom Leistungsspektrum ganz oben. Wir verarbeiten zum Beispiel 480 Getränkepackungen pro Minute - das ist rasend schnell.


Bedienen Sie weitere Märkte?

Seit dem Ende der 90er Jahre sind wir außerdem für die Pharmaindustrie aktiv. Wir produzieren dort allerdings nicht unter unserem eigenen Namen, sondern fertigen die komplette Endverpackung als privates Label für einen Marktführer.

Sie bieten Kundenlösungen an. Wie haben Sie es geschafft, von Kunden als innovativer Entwicklungspartner wahrgenommen zu werden?

Entscheidend ist, eine Vertrauensbasis zu den Kunden aufzubauen. Wir laden Kunden und Interessenten zu uns in die Firma ein, um sie so von der Produktqualität und der Leistungsfähigkeit der Firma Meurer zu überzeugen. Hinzu kommt, dass wir den kompletten Service aus einer Hand anbieten. Wir bauen beispielsweise auch die Schaltschränke für unsere Maschinen selber und haben eine eigene Softwareentwicklung. Wir bieten unseren Kunden 24-Stunden-Service an 365 Tagen im Jahr an.

Können Sie diesen Service genauer beschreiben?

Für bestimmte Kunden ist das ein entscheidender Faktor. Zum Beispiel Glashütten oder Molkereien können ihre Maschinen nicht einfach abstellen. Bei Meurer haben sie unabhängig von Uhrzeiten oder Wochentag immer einen Ansprechpartner. Unsere Mitarbeiter haben Bereitschaftsdienste oder können über Fernwartung Hilfestellungen geben. Zudem sind wir in der Lage, Ersatzteile innerhalb von 48 Stunden an fast jeden Platz der Welt zu liefern.

Welche Rolle spielen die Lieferzeiten?

Der Trend geht eindeutig zu kürzeren Lieferzeiten. Wir haben Bereiche, in denen wir unsere Lieferzeiten in den letzten drei Jahren von fünf auf drei Monate verkürzen konnten. Um diese Flexibilität halten zu können, werden wir in diesem Jahr verstärkt in die Einzelteilfertigung investieren.

Wo in der Welt sind Sie aktuell aktiv?

Neben einem starken Inlandsgeschäft sind wir derzeit besonders in Europa, Asien, Südamerika, USA und Australien aktiv. Alle diese Märkte haben spezielle Bedingungen, denen man sich stellen muss. Teilweise schicken wir unsere Mitarbeiter für längere Zeit in diese Länder, wenn es darum geht Maschinen in Betrieb zu nehmen und Schulungen durchzuführen.

Welchen Herausforderungen muss Meurer sich stellen, um Kundenlösungen anbieten zu können?

Wir garantieren die Funktion und der Kunde gibt uns die produktspezifischen Informationen, die wir brauchen. Viele Kunden haben sehr anspruchsvolle Forderungen, die teilweise vom Markt noch gar nicht erfüllt werden können. Da ist unser langjähriges Know-How gefragt. Außerdem ist es wichtig, stets auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen in den entsprechenden Branchen zu sein. Wir informieren uns regelmäßig über neue Entwicklungen im Bereich der Primärverpackung. Daraus lassen sich Trends ablesen, an denen man sich orientieren kann.

Welche Anforderungen stellen Sie an Ihre Mitarbeiter?

Unsere Mitarbeiter müssen in der Lage sein, Projekte abzuwickeln, sie brauchen technisches Verständnis und müssen kommunizieren können. Um einem Fachkräftemangel vorzubeugen, arbeiten wir intensiv mit Fachhochschulen zusammen und bilden verstärkt aus. Derzeit haben wir 43 Auszubildende. Wir übernehmen nach Möglichkeit viele von unseren Auszubildenden, weshalb wir auch ein relativ niedriges Durchschnittsalter von 35 Jahren haben. Im Ringen um die Fachkräfte muss man als Arbeitgeber eine interessante Beschäftigung bieten. Unsere Mitarbeiter sind sehr zufrieden bei uns. Die Fluktuation ist sehr gering.

Wie würden Sie die Unternehmenskultur bei Meurer beschreiben?

Das schöne bei uns ist, dass wir ein inhabergeführtes Unternehmen sind. Der Umgang ist familiär und vertraulich – gemeinschaftlich und nicht anonym. Die Mitarbeiter identifizieren sich mit Meurer. Das fördern wir, indem wir beispielsweise einen Familientag veranstalten. Die Angehörigen unserer Mitarbeiter bekommen unter anderem die Gelegenheit sich die Arbeitsplätze anzusehen. Auf diese Weise erzeugen wir bei ihnen ein gewisses Verständnis, falls einmal etwas Freizeit für wichtige Projekte geopfert werden muss.

Belohnen Sie Ihre Mitarbeiter?

2011 war für uns ein erfolgreiches Jahr. Die Leute haben sehr gut gearbeitet und so gab es für jeden eine Prämie. Auf diese Weise zeigen wir unseren Mitarbeitern unsere Wertschätzung, machen ihnen deutlich, dass wir eine Gemeinschaft sind, die zusammen für ein Ziel einsteht und dann auch die Erfolge teilt.

Ein schönes Schlusswort, vielen Dank für das Interview Herr Richter.

 

 

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