Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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Richter Möbelwerkstätten GmbH

Interview mit Reinhard Richter, Geschäftsführer der Richter Möbelwerkstätten GmbH

Am 1. Januar 1976 durch Tischlermeister Reinhard Richter als Einmannbetrieb gegründet, haben sich die Richter Möbelwerkstätten heute zu einem überaus erfolgreichen Unternehmen mit knapp 80 Mitarbeitern entwickelt. Vom Standort Fürstenau aus werden nationale sowie internationale Projekte im Objekt-, Laden- und Messebau verwirklicht. Die Herstellung von Kleinmöbeln und der Innenausbau von Luxusyachten gehören ebenso zum Portfolio, wie die Ausstattung von Bankgebäuden. Die außerordentliche Produktvielfalt und höchste Qualitätsansprüche haben den Richter Möbelwerkstätten nicht nur zu kontinuierlichem Wachstum, sondern auch zu einer Auszeichnung beim Großen Preis des Mittelstandes verholfen. Mit Friedhelm Richter, als zweitem Geschäftsführer, steht heute bereits die nächste Generation in den Startlöchern, die Zukunft der Richter Möbelwerkstätten erfolgreich zu sichern.

Herr Richter, was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen?

Wir bedienen sehr viele verschiedene Sparten, sind also relativ breit aufgestellt. Der Vorteil ist, dass wir im Falle von Konjunkturschwankungen in einem dieser Bereiche, nicht so stark betroffen sind. Im Kern sind wir ein Handwerksbetrieb mit beinah familiären Strukturen geblieben.

Für einen Handwerksbetrieb sind Sie sehr groß, wie kam es zu Ihrem enormen Wachstum?

Als ich damals anfing, hatte ich das Ziel einen Betrieb mit 40 Mitarbeitern aufzubauen. Ich habe angefangen Leute einzustellen, um größere Aufträge annehmen zu können. Wir haben uns einen guten Ruf aufgebaut. Kunden haben uns weiterempfohlen, die Aufträge wurden größer. So haben wir mit der Zeit mehr und mehr Personal eingestellt. Zudem bilden wir aus. Unsere Azubis werden, sofern sie es möchten, nach der Ausbildung übernommen, was natürlich ebenfalls zu einer kontinuierlich wachsenden Mitarbeiterzahl beiträgt.

Hat diese breite Aufstellung, von der Sie zuvor sprachen, auch Nachteile?

Die Gewinnmarge ist niedriger. Würden wir bspw. nur Trennwandsysteme herstellen, könnten wir in Serienproduktion gehen. Der Aufwand wäre deutlich geringer, wir bräuchten weniger Personal und könnten viel mehr Maschinen einsetzen.

Sie haben einen sehr guten Ruf. Woran liegt es, dass Ihre Kunden so zufrieden sind?

Die Richter Möbelwerkstätten sind sehr zuverlässig. Bei uns stimmen Preis und Leistung überein. Wir liefern eine hochwertige Qualität und das termingerecht. Wir sind ehrlich zu unseren Kunden und wollen, dass er ein Produkt bekommt, über welches er sich freuen kann. Wir haben nur einen Außendienstmitarbeiter und machen kaum Werbung. Tatsächlich generieren wir unsere Aufträge hauptsächlich über Mundpropaganda. Ein gutes Verhältnis zu unseren Kunden ist daher immens wichtig. Nur zufriedene Kunden empfehlen uns weiter.

Wodurch gelingt Ihnen das?

Ein entscheidender Faktor ist, dass wir nur eigenes Personal einsetzen. Gerade auf Montagen, bspw. beim Messebau, arbeiten viele unserer Konkurrenten mit Montagetrupps bestehend aus Zeitarbeitern. Die Leute kennen sich untereinander oft nicht und die Teams funktionieren nicht. Zudem besteht kein persönlicher Bezug zur Firma. Darunter leidet die Qualität.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter zu vollem Einsatz?

Ich, als Chef, habe eine Vorbildfunktion. Ich setze alles daran, Aufträge termingerecht und zur Zufriedenheit unserer Kunden zu erfüllen. Wenn außerhalb der üblichen Arbeitszeiten ein Problem auftaucht, kümmere ich mich sofort darum und verschiebe es nicht auch den nächsten Tag. Diese Einstellung haben meine Mitarbeiter übernommen. Viele sind schon 25, 30 Jahre bei uns und bauen auf die Firma Richter. Wenn es ein Problem gibt packen alle mit an, egal wann. Darauf kann ich mich verlassen.

Was ist ausschlaggebend für diese Kollegialität?

Wir gehen ehrlich und vertrauensvoll miteinander um. Wir kennen alle unsere Mitarbeiter persönlich und duzen uns. Jeder kann jederzeit zu uns kommen, wenn er ein Problem hat. Dann versuchen wir unser Bestes, dieses Problem zu lösen. Wir übertragen unseren Mitarbeitern viel Verantwortung und müssen uns absolut auf sie verlassen können. Genauso, wie sie sich auf uns verlassen, dass wir z.B. einen vernünftigen Lohn zahlen und das pünktlich.

In welchem Bereich tragen Ihre Mitarbeiter besonders viel Eigenverantwortung?

Wenn unsere Leute auf Montage fahren gibt es einen im Team, der dafür verantwortlich ist, den Auftrag innerhalb der geplanten Zeit zur Zufriedenheit der Kunden zu erfüllen. Dieser Mitarbeiter hat dafür zu sorgen, dass sein Team vernünftig arbeitet. Das Team wird von uns nicht weiter kontrolliert.

Worauf kommt es bei der Zusammenstellung der Teams an?

Zu Beginn eines Auftrags wird geguckt, dass die verschiedenen Kompetenzen unserer Mitarbeiter möglichst gut zusammenpassen. Jeder hat einen Bereich, in dem er besonders gut ist und über die Jahre die meisten Erfahrungen gesammelt hat. Die Mitarbeiter werden dementsprechend auf die verschiedenen Projekte verteilt, sodass eine optimale Qualität garantiert werden kann. Bei den Montageteams wird der verantwortliche Vorarbeiter in die Zusammenstellung einbezogen, er kann am Besten entscheiden, mit wem er gut zusammenarbeiten kann.

Bekommen Sie Auswirkungen des Fachkräftemangels zu spüren?

Die gute Qualität unserer Ausbildung spricht sich an den Schulen und unter den Jugendlichen allgemein herum. Auf drei Ausbildungsplätze erhalten wir ca. 30 Bewerbungen jedes Jahr. Von daher haben wir eine gute Auswahlmöglichkeit. Bevor jemand bei uns in die Ausbildung geht, muss er ein einwöchiges Praktikum absolvieren. So können wir und der zukünftige Azubi feststellen, ob wir überhaupt zusammenpassen.

Vielen Dank für das Interview, Herr Richter.

 

 

 

 

 

 

 

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