Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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Oldenburgische Landesbank AG

Interview mit Peter Schulz und Frank Uhlhorn, Mitglieder der Geschäftsleitung der Oldenburgischen Landesbank AG Region Osnabrück/Osnabrücker Land

Mit knapp 3000 Mitarbeitern und 176 Geschäftsstellen ist die 1869 gegründete Bank heute die bedeutendste und größte private Regionalbank Deutschlands und zugleich als eigenständig börsennotiertes Unternehmen Bestandteil des Allianz-Konzerns. Ursprünglich gegründet als Aktienunternehmen mit dem Privileg der Banknotenausgabe, entschied man sich vor über 135 Jahren für das allgemeine Bankgeschäft. Seit jeher betreut die OLB Privatkunden, Firmenkunden und Freiberufler und bietet einen am Kundennutzen orientierten Service sowie individuelle Lösungen, zugeschnitten auf die Menschen und Unternehmen in der Region Bremen/Niedersachsen, die als einer der dynamischsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands gilt.

Was macht das Unternehmertum in der Region Osnabrück so besonders?

Unsere Region ist sehr mittelständisch geprägt. Das typische erfolgreiche mittelständische Unternehmen wächst über den lokalen Markt hinaus auch regional, überregional und international. Die hier ansässigen inhabergeführten Unternehmen, deren Geschäftsbetrieb durch Erfolg gekennzeichnet ist, haben Dependencen im Ausland und weisen eine überdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung auf. Die Mentalität dieser Unternehmer und ihr gutes Zusammenspiel mit Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Bankern tragen dazu bei, dass sich das mittelständische Unternehmertum erfolgreich in unserer Region positionieren kann.

Wodurch kennzeichnet sich die Mentalität des erfolgreichen Mittelstandes?

Der erfolgreiche mittelständische Unternehmer denkt und arbeitet sowohl fortschrittlich als auch flexibel mit einer hohen Innovationsquote. Dadurch wird sehr schnell auf Marktveränderungen reagiert und vorausschauend geplant und gearbeitet. Mittelständische Unternehmen haben ein großes Interesse daran ihr Optimierungspotenzial - beispielsweise in Bezug auf Einkauf, Material- und Personaleinsatz, Produktionsprozesse und Logistik zu erkennen und zu nutzen. Diese Mentalität trägt oftmals dazu bei, dass sich Unternehmen gesund entwickeln.

Gibt es weitere Faktoren, die zum gesunden Wachstum mittelständischer Unternehmen beitragen?

Früher war der Mittelstand eher durch eine patriarchalische Führung geprägt. Das hat sich heutzutage zumeist verändert. Viele Unternehmer sind bereit Vertrauen abzugeben. Unterhalb des Inhabers gibt es oftmals eine zweite, den Unternehmer unterstützende Führungsebene. Professionalität, Verantwortung und Delegation sind hierbei sehr entscheidend. Mittelständische Unternehmer agieren mit einer Professionalität, die eher großen Konzernen nachgesagt wird, bewahren dabei aber ihre Bodenständigkeit.

Wodurch machen sich das Langfristige und die Bodenständigkeit bemerkbar?

Ein vielfältiges Jobangebot und eine hohe Ausbildungsquote treiben nachhaltig und langfristig das Wachstum der Mittelständler voran. Selbst in der Wirtschafts- und Finanzkrise haben viele Unternehmen Kraft gewahrt und an ihren Mitarbeitern festgehalten, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein. Anstatt Arbeitsplätze zu streichen, wurden eventuelle Gewinneinbußen in Kauf genommen. Das Bodenständige äußert sich beispielsweise in der Einbeziehung der Mitarbeiter in grundlegende Veränderungsprozesse. Das ganze Team fühlt sich integriert und es herrscht eine große Verbundenheit, die weit über das Unternehmen hinaus ausstrahlt.

Welche Eigenschaften sollte ein erfolgreicher Unternehmer noch besitzen?

Er sollte aktiv und kommunikativ sein und in seinem Denken und Handeln sollten sich Dynamik, Zielorientierung, Verantwortung und Offenheit für Veränderungen widerspiegeln. Erfolgreiche, gut aufgestellte Unternehmer sind die, die sich nicht verschließen und andere Ideen, Konzepte und Meinungen akzeptieren. Sie betrachten beispielsweise die Bank als Partner und nicht als notwendiges Übel.

Warum ist die OLB Ihrer Meinung nach als Partner für den Mittelstand besonders geeignet?

Da wir als Bank ein Werteverständnis leben, welches dem des Mittelstands sehr ähnelt, fühlen wir uns insbesondere den Mittelständlern sehr verbunden. Für uns gilt es sicher zu stellen, dass nachhaltig tragfähige Kundenbeziehungen zu beiderseitigem Nutzen auf- und ausgebaut werden, damit langfristige Partnerschaften entstehen. Die OLB geht über den originären Dienstleistungspfad Bank hinaus und lässt viele Faktoren in die Finanzplanung einfließen. Wir betrachten und betreuen unsere Kunden ganzheitlich.

Wie darf man sich die ganzheitliche Herangehensweise bei der OLB vorstellen?

Ein erfolgreicher Unternehmer benötigt gedanklich seinen Freiraum, um sich voll und ganz auf sein Unternehmen zu konzentrieren. Dabei unterstützen wir ihn. Wir beraten nicht nur finanziell, sondern bringen kreative Ideen ein oder schneiden eine bestimmte Thematik an, von der der Unternehmer womöglich noch nicht ahnt, dass sie eines Tages für ihn aktuell wird. Wir verstehen uns als Dienstleister in allen Sparten, um dem Kunden Begleitung, Beratung und Unterstützung aus einer Hand zu bieten.

Was sind, aus der Sicht eines Bankers, wichtige Faktoren ganzheitlicher Beratung?

Als Banker ist es wichtig eine gewisse unternehmerische Grundeinstellung mitzubringen. Nur wenn wir das Unternehmen ganzheitlich begreifen, kann die Partnerschaft funktionieren. Wir müssen sowohl den kaufmännischen als auch den technischen Part nachvollziehen können, um als Sparringpartner agieren zu können.

Wie gehen sie vor, um den Kunden ganzheitlich zu verstehen?

Wir lernen unsere Kunden persönlich kennen und verschaffen uns einen Überblick über ihr Unternehmen. Wir betrachten die Führungsebene, das Geschäftsmodell, die Geschäftsräume und Produktionsprozesse. Um das langfristige Vertrauen zu entwickeln, welches für eine Partnerschaft so essentiell ist, muss der Kunde uns ebenfalls gut kennen und wissen, worauf wir als Bank Wert legen. Deshalb tauschen wir uns offen mit dem Unternehmer aus. Sowohl intern als auch extern entsteht so ein vertrauensvolles Miteinander, ein Verzahnen von unterschiedlichen Interessen mit einem gemeinsamen Ziel.

Sehen Sie zukünftige Herausforderungen für den Mittelstand in unserer Region?

Eine Herausforderung ist der einseitige Vermögensaufbau bei vielen mittelständischen Unternehmen. Der strukturierte Aufbau einer Vermögensstruktur und Nachfolgeregelung ist jedoch unerlässlich für weiteres gesundes Wachstum. Im energietechnischen Bereich sehen wir ebenfalls Herausforderungen auf die Unternehmen zukommen. Durch steigende Energiekosten werden Investitionen und energietechnischen Maßnahmen notwendig sein. Mancher Unternehmer scheut sich noch vor dem damit verbundenen administrativen Akt, aber auch bei dieser Herausforderung stehen wir als Koordinator und Betreuer zur Seite.

Vielen Dank für das interessante Interview!

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