Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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Prof. Dr. Gunter Dueck

Ein Standpunkt von Prof. Dr. Gunter Dueck zum Thema gesundes Unternehmenswachstum

Nach jahrzehntelanger Tätigkeit in Forschung, Lehre und Wissenschaft an der Universität Bielefeld war der Betriebswirt und promovierte Mathematiker Gunter Dueck mehr als 20 Jahre beim Technologiekonzern IBM tätig - zuletzt als technischer Leiter der IBM Deutschland. Nebenbei publizierte er satirisch-philosophische Bücher über das Leben, die Menschen und Manager. Neben zahlreichen Auszeichnungen seiner Werke wurde Dueck in diesem Jahr zu einem der Top 100 maßgebenden Persönlichkeiten in der Informations- und Kommunikationstechnologie gekürt. Prof. Dueck ist heute freischaffend als Autor tätig und widmet sich „unverdrossen der Weltverbesserung“.

Kann eine mittelständische Firma heute in Batterietechnologie oder Bergbautechnologien investieren? Das geht nicht so wirklich. Es sind keine Ingenieure da. Überall dasselbe Problem. Neulich las ich: „Die amerikanischen Mittelschulen bilden wie schon immer brave Fließbandarbeiter aus. Aber die arbeiten jetzt in China. Wir aber müssen in die Wissensgesellschaft.“

Es gibt ZWEI Bewegungen: Die Dienstleistungen werden durch das Internet gnadenlos industrialisiert, sodass vieles schon vom Kunden selbst abgearbeitet werden kann. Alle leichten Fälle bei der Bank, der Versicherung, der medizinischen Diagnose, der Rechtsberatung, der Personalbeschaffung, der Administration schaffen wir selbst. Die Resttätigkeiten im EINFACHEN Bereich (Berater im Reisebüro oder in der Bank) sinken in den Niedriglohnbereich oder wandern nach Asien ab. Zurück bleibt nur das Schwierige, Komplexe und Verhandlungsintensive. Dazu brauchen wir eigentlich nur noch Top-Leute. Weil das so ist, haben wir Massen von Arbeitslosen, die schon von ihrer Ausbildung her nicht wirkliche „Professionals“ sind, also verhandeln, managen, kommunizieren und Projekte leiten können. Auf der anderen Seite wirkt der Mangel an solchen Professionals schon besorgniserregend. Die zweite Bewegung, nämlich die des innovativen Wachstums in Zukunftsgebieten, kann deshalb nicht wirklich vorankommen.

Der Mittelstand klagt schon lange darüber, die Zeitungen erwidern „nehmt doch Arbeitslose“. Ich würde wünschen: Die Kanzlerin ruft Deutschland zum Land der Bio-, Nano-, Spezialmaschinen-, Medizin-, Gen- etc. Technologie aus und sorgt dafür, dass für diese neue Wissensgesellschaft für Studiengänge, Top-Forscher, Studentennachwuchs und Industrieinfrastruktur gesorgt wird, alles integriert nach Plan. Neue Professionals braucht das Land, sonst haben wir irgendwann auch so eine scharf getrennte Gesellschaft von einem Viertel Elite und drei Viertel Multi-Jobbern. Wollen wir nun „Wohlstand für alle“ oder „Elite & Slum“?

 

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