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31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
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ZECH Ingenieurgesellschaft mbH

Interview mit Dipl.-Ing. Siegfried Zech, Geschäftsführer der ZECH Ingenieurgesellschaft mbH

Seit ihrer Gründung im Jahr 1998 hat sich die ZECH Ingenieurgesellschaft mbH in Lingen mit weiteren Niederlassungen in Wunstorf, Münster und einer kürzlich neu eröffneten Filiale in Borken stetig entwickelt. Nicht zuletzt die Vielzahl der Alleinstellungsmerkmale - ZECH ist unter anderem einzig benannte Messstelle nach §26 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) für die Ermittlung der Emissionen und Immissionen von Geräuschen, Erschütterungen und Gerüchen in Niedersachsen – zeugt von der außergewöhnlich breiten Aufstellung der Ingenieurgesellschaft. Neben fachübergreifender Beratung im Immissions- und Emissionsschutz sowie für bauphysikalische Nachweise und Gutachten bietet ZECH engagierte Projektunterstützung für Kunden aus Industrie, Gewerbe, Land- und Kommunalwirtschaft.

Herr Zech, Ihr Unternehmen hat sich innerhalb weniger Jahre sehr erfolgreich entwickelt, wie kam es dazu?

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit musste ich ein Risiko eingehen und mein Unternehmen zu 100 % von der Bank finanzieren lassen. Ich stellte fünf Mitarbeiter, vier Ingenieure und eine Sekretärin, unterschiedlichster Ausbildung und Berufserfahrung ein. So konnten wir schon von Beginn an verschiedene Fachbereiche des Immissionsschutzes und der Bauphysik bedienen und maßgerechte Lösungen für Kunden entwickeln. Die ersten Aufträge kamen direkt aus der Region. Unsere Qualifikationen und unser hoher Qualitätsanspruch haben uns mit der Zeit eine gewisse Reputation verschafft und uns eine überregionale Ausweitung ermöglicht. Heute sind wir im Raum Weser-Ems, dem Großraum Hannover  und in Nordrhein-Westfalen tätig.

Welche Kriterien waren bei der Wahl der Mitarbeiter entscheidend?

Ich habe schon immer hoch spezialisierte Mitarbeiter gesucht, die den von Kundenseite gestellten Aufgaben und Anforderungen gerecht werden können. So können wir heute ein breites Spektrum an Fachwissen abdecken und sind in der Lage, Aufträge von einer so großen Komplexität zu erfüllen, denen andere Ingenieurbüros nicht mehr gerecht werden. Neben den fachlichen Kenntnissen war es mir immer wichtig, Ingenieure einzustellen, die delegieren können. Wenn man seinen Kunden eine breite Expertise anbieten will, muss man loslassen können. Ich, als Geschäftsführer,  habe von Anfang an delegiert und Verantwortung abgegeben und konnte dadurch erst diese breite Fachkompetenz aufbauen, die wir heute haben. Die bei uns tätigen Ingenieure sind Spezialisten in ihrem jeweiligen Fachbereich und managen die entsprechenden Aufgaben je nach Verantwortungsbereich. Wir haben eine Organisationsstruktur, die den Ingenieuren unterstützend zur Seite steht.

Was sind das für Tätigkeiten?

Unsere Ingenieure werden beispielsweise bei der Korrespondenz und Gutachtenerstellung durch das Sekretariat unterstützt. Unsere IT-Abteilung kümmert sich ausschließlich um aktuelle, unserem Bedarf entsprechende, Anpassung der Hard- und Software. Handwerkliche Erfordernisse werden durch unser Hausmeisterteam erledigt. Dadurch sparen wir neben der Zeit auch erheblich an Kosten. Diese  Schnittstellen  sind in anderen Ingenieurbüros nicht so ausgeprägt.

Gibt es weitere Gründe, die für Arbeitsteilung sprechen?

Wir analysieren und orientieren uns am Kundenbedarf, da ist ein enger Kontakt äußerst wichtig. Unsere Ingenieure müssen dem Kunden persönlich bekannt sein. Das Vertrauen eines Kunden wird über Gespräche gewonnen. Von der Formulierung der Aufgabe, über die Projektbearbeitung bis hin zur Ergebnispräsentation wird mit den Kunden eng zusammengearbeitet und stetig Rücksprache gehalten. Um sich als Ansprechpartner einem Kunden genügend widmen zu können, ist es notwendig,  andere Tätigkeiten während der Abwicklung eines Projektes zu delegieren.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Qualitätsanspruch von Ihren Mitarbeitern hochgehalten wird?

Ich schenke unseren Mitarbeitern Vertrauen und übertrage ihnen Eigenverantwortung in ihren Aufgabenbereichen. Aufgrund der Breite des Wissens, das wir bei uns vereinen, kann nicht der Einzelne detailliert alles wissen. Die jeweiligen Fachbereichsleiter arbeiten neue Kräfte ein, geben Kenntnisse weiter und sorgen für den notwendigen Informationsfluss. Bei Bedarf kommen gezielte Schulungen hinzu, so dass unser hoher Qualitätsanspruch immer gewährleistet ist.

Was bedeutet das für die Projektarbeit?

Es muss nicht alles sprichwörtlich über meinen Schreibtisch gehen. Es gibt aber andererseits auch kein Dokument, das ungeprüft rausgeht. Die Fachbereichsleiter haben die fachliche Verantwortung. Bei ihnen laufen die Fäden für alle Projekte zusammen. Innerhalb der Fachbereiche herrscht ein reger Austausch an Informationen, damit die Leitung bei der Fülle an Projekten – jeder Mitarbeiter betreut im Schnitt zehn bis fünfzehn Projekte gleichzeitig – den Überblick behält und weiß, was von wem wie bearbeitet wird.

Wie behalten Sie als Geschäftsführer den Überblick?

Im Unternehmen sind zwei weitere Geschäftsführer tätig, die gleichzeitig auch die Fachbereichsleitung inne haben. In den einzelnen Fachbereichen haben wir dadurch direkten Einblick. Auf Geschäftsführungsebene treffen wir uns regelmäßig und tauschen uns aus.

Wie gehen Ihre Mitarbeiter mit dieser Fülle an Projekten um?

Wir nutzen eine individuell an unsere Bedürfnisse angepasste Adress- und Projektdatenbank, die ich selbst entwickelt habe. Diese wird offen geführt. Jeder Mitarbeiter kann sich über Umsatz, Auftragsstand, Einzelprojekte, internen Aufwand oder Abrechnung informieren. Auf diese Weise können unsere Ingenieure jeweils ihre eigenen Projekte managen und gleichzeitig sehen, was in anderen Fachbereichen passiert und wer die Kunden sind. So vermeiden wir Betriebsblindheit, die sich andernfalls bei steigender Auftragslage zwangsläufig einschleichen würde. Zudem haben wir mit der Datenbank die Möglichkeit, Kundenanfragen auf die verschiedenen Fachbereiche aufzugliedern. Der Kunde hat für alle Belange aber nur einen Ansprechpartner.

Wie vermeiden Sie Konkurrenzdenken zwischen den Fachbereichen?

Aufgrund unserer Projektdatenbank herrscht eine hohe Transparenz zwischen den einzelnen Bereichen. Konkurrenzdenken kommt schon deshalb nicht auf, da sich die einzelnen Fachbereiche aufgrund der spezifischen Kundenanforderungen ergänzend zur Seite stehen und häufig im Team an Projekten  beteiligt sind. Zudem erhalten unsere Mitarbeiter neben ihrem üblichen Festgehalt eine Erfolgsbeteiligung. Vor vielen Jahren haben wir eine zweigeteilte Mitarbeitertantieme eingeführt. Die allgemeine Tantieme ist für alle gleich und sowohl das Sekretariat als auch das Hausmeisterteam profitieren davon. Mitarbeiter von Fachbereichen, die sich in besonderem Maße für das Unternehmen verdient gemacht haben, bekommen einen Extrabonus.

Was macht die Motivation bei Ihnen aus, dass die Fluktuationsrate fast Null ist?

Bei uns herrscht ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Zufriedene Mitarbeiter stärken die Außenwirkung eines Unternehmens. Wir bieten wiederum ein Umfeld, in dem die Arbeit Spaß macht, geben den Mitarbeitern Eigenverantwortung. Zu einem angenehmen Arbeitsumfeld gehört außerdem, dass wir Nähe zulassen, so duzen wir uns beispielsweise fast alle. Wir gehen fair miteinander um, sind nicht laut oder launisch und nehmen Rücksicht aufeinander. Schlechte Stimmungen lassen sich schnell beseitigen, auch durch eine klare Ansage.  Wir können über alles reden, das ist entscheidend.

Ich danke Ihnen für das interessante Interview, Herr Zech.

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