Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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HARTING Technologiegruppe

Interview mit Torsten Ratzmann, Vorstandsmitglied im Bereich Produktion und Logistik der HARTING Technologiegruppe.

Intelligente und leistungsfähige Verbindungstechnologie ist die Basis der industriellen Anwendungs- und Produktionstechnik. Das HARTING Produkt- und Lösungsspektrum umfasst Steckverbinder, Geräteanschlusstechnik, Netzwerkkomponenten und konfektionierte Systemkabel. HARTING Produkte verbinden und vernetzen Geräte, Maschinen und Anlagen mit Daten, Signal und Power. Außerdem produziert HARTING elektro-magnetische Komponenten für die Automobilindustrie und bietet Lösungen für die Bereiche Gehäusetechnologie und Shop-Systeme. Seit der Gründung durch Wilhelm und Marie Harting vor mehr als 65 Jahren ist das Familienunternehmen geprägt durch Tradition und Innovation. Weltweit tragen heute mehr als 3300 Mitarbeiter dazu bei, dass der Erfolg auch in der zweiten und dritten Generation nicht abreißt.

Herr Ratzmann, was macht aus Ihrer Sicht den Erfolg von HARTING aus?

Die Weichen unseres Erfolgs wurden schon vor vielen Jahren gestellt. Die Historie der Unternehmerfamilie Harting, mit ihrer Innovationskraft, ihrem Ehrgeiz und Engagement, prägt unsere Unternehmenskultur bis heute. Einen bedeutenden Anteil unseres Erfolgs tragen natürlich die Mitarbeiter, die sehr hohe Anforderungen an sich selbst stellen, viel Einsatz zeigen und sich auf Erfolgen nicht ausruhen, sondern darin einen Ansporn zur kontinuierlichen Verbesserung sehen. Entscheidend ist, sein eigenes Handeln immer wieder zu hinterfragen und offen zu sein für Neues.

Was bedeutet das für die Führungskräfte?

Eine Führungsposition erfordert zunächst einmal uneingeschränkte Bereitschaft, Führung ist schließlich ein essenzieller Bestandteil unseres täglichen Arbeitens. Die Führungskultur bei HARTING basiert auf Fordern und Fördern. Auf allen Ebenen müssen dementsprechende Signale für die Mitarbeiter gesetzt werden. Für die Führungskräfte bedeutet das, den Mitarbeitern Vertrauen zu schenken und Verantwortung zu übertragen, ihnen einen gewissen Spielraum für eigene Entscheidungen einzuräumen. Dazu gehört auch, dass die Mitarbeiter so weit gefördert werden, dass sie die Verantwortung tatsächlich übernehmen möchten. Dennoch können sich die Führungskräfte niemals ihrer Verantwortung entziehen. Sie müssen vor Ort und ansprechbar sein, Kommunikationsbereitschaft signalisieren. Ein weiterer entscheidender Punkt ist Konsequenz in den Entscheidungen – insbesondere in schwierigen Situationen. Das ist vielleicht der dornigere Weg, es ist aber auch der nachhaltigere.

Sie sprachen eingangs davon, das eigene Handeln zu hinterfragen, wie kann man sich das vorstellen?

In den letzten Jahren sind wir mehr und mehr dazu übergegangen, uns externen Benchmarks zu stellen, Beispiele sind der „Great Place to Work“, der „Hermes Award“, der „Ludwig-Erhard-Preis“ oder „Fabrik des Jahres“. Einerseits bringen uns diese Wettbewerbe eine Bestätigung unserer Erfolge, andererseits bieten sie uns die Möglichkeit, unser Handeln zu überprüfen. Im Vergleich mit anderen erfolgreichen Unternehmen können wir sehen, wo wir stehen und woran wir noch arbeiten müssen.

Wie sieht es mit der Außenwirkung solcher Auszeichnungen aus?

Wir als Mittelständler in Ostwestfalen haben gegenüber den namhaften Unternehmen in wirtschaftlichen Ballungszentren Personalmarketing-technisch einen kleinen Nachteil und müssen offensiver vorgehen. Im Rahmen der Notwendigkeit neue qualifizierte Mitarbeiter zu finden, die wir für weiteres Wachstum im Unternehmen benötigen, sind diese Auszeichnungen eine gute Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens nach außen zu tragen und unseren Bekanntheitsgrad überregional zu erhöhen.

Bemerken Sie auch interne Auswirkungen?

Unsere Mitarbeiter sind stolz, auf das was sie geschafft haben und suchen gleichzeitig schon nach der nächsten Herausforderung. Die Bereitschaft umzudenken wächst mit jedem Preis, den wir bekommen. Diese Bereitschaft fördern wir durch intensives Ideenmanagement gepaart mit kurzen Entscheidungswegen, Vertrauen und Wertschätzung. Das Quer- und Neudenken sowie die dazugehörige Kommunikation sind auf allen Ebenen erlaubt und gewünscht. Wir sind bereit und Willens, alles in Frage zu stellen, sowie in der Lage und Willens, alles zu ändern. Unter der ganz klaren Voraussetzung, dass es besser ist als die jetzige Lösung. Letztlich muss eine Idee für das Unternehmen einen Mehrwert bringen, strategisch oder finanziell.

Welche Faktoren sind im Produktbereich für die Umsetzung einer Idee entscheidend?

Ausschlaggebend sind die erwarteten zukünftigen Anforderungen des Marktes. Wir versetzen uns in die Perspektive der Kunden und gucken, wo wir sie in ihrem Geschäft bestmöglich unterstützen können. In der Entwicklung gilt es, bisherige Technologien zu hinterfragen. Was vor zehn Jahren noch notwendig war, brauchen wir heute vielleicht gar nicht mehr. Wir betrachten die Grundeigenschaften eines Produkts, lösen uns von allen anderen Vorgaben, beispielsweise der Form und entwickeln etwas ganz Neues. Hinter allen Produkten steht ein sehr hoher Qualitätsanspruch. Dieser sichert uns langfristige Kundenbeziehungen. Mit Wettbewerbsprodukten aus China wollen wir uns von daher gar nicht messen oder preislich vergleichen. HARTING Produkte haben ganz andere Fähigkeiten und Funktionalitäten, auf die in den unterschiedlichsten Umgebungsbereichen weltweit Verlass ist.

Von den Mitarbeitern bei HARTING wird viel erwartet, was wird für sie getan?

Trotz aller Ernsthaftigkeit im Unternehmensalltag sollte man immer bestrebt sein, ein Umfeld zu schaffen in dem sich die Mitarbeiter wohlfühlen. Wir legen sehr großen Wert auf ein konstruktives Arbeitsklima in unserem Unternehmen und wollen natürlich unserer sozialen Verpflichtung nachkommen. Wir bieten unseren Mitarbeitern vielseitige Möglichkeiten im Hinblick auf gesundheitliche Aspekte und die Work-Life-Balance. So stehen zum Beispiel unseren knapp 1.700 Mitarbeitern in Espelkamp über 140 Arbeitszeitmodelle zur Auswahl. Die langen Betriebszugehörigkeiten zeigen uns, dass sich die Mitarbeiter im Hause HARTING wohlfühlen und ihren Arbeitsplatz wertschätzen.

Vielen Dank für das äußerst interessante Interview.

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