Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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.halemeier GmbH & Co.KG

Interview mit Eckhard Halemeier, Geschäftsführer der .halemeier GmbH und Co. KG

Seit 16 Jahren entwickelt die Firma .halemeier GmbH & Co. KG unter der Leitung von Geschäftsführer Eckhard Halemeier – zuständig für den Bereich Technik und Innovation – innovative und hochwertige Leuchten für die Möbelindustrie und den Innenausbau. Aktuell wurden zwei Produkte der .halemeier GmbH & Co. KG mit dem Award der internationalen Möbelzuliefererindustrie für hohe Produktqualität ausgezeichnet. Am Standort Melle-Neuenkirchen entwickeln und fertigen heute mittlerweile rund 80 Mitarbeiter auf über 10.000 qm Produktionsfläche.

 

Herr Halemeier, welche Bereiche sind in Ihrem Unternehmen ausschlaggebend für gesundes Wachstum?

Bei uns hat sich über die Jahre viel im Bereich Prozesse getan: Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement und vor allem Innovationsmanagement – .halemeier steht für Innovation. Früher basierte vieles auf Abruf oder Zuruf vom Kunden. Heute sind die Prozesse deutlich verbessert und fest installiert, so dass gesetzte Ziele gesichert erreicht werden können und die Innovationen wesentlich strukturierter ablaufen. Was schließlich zu einer erfolgreichen Zertifizierung des Unternehmens geführt hat.

Wie gelingt es Ihnen, bereits über einen so langen Zeitraum „Innovationstreiber“ zu bleiben?

Das ist ganz wesentlich von den Menschen abhängig die hier arbeiten. Für sie gilt immer: sich nicht zurückziehen und irgendetwas konstruieren, sondern mit offenen Augen durch die Welt gehen. Die Vorschläge und Lösungen, die sich manchmal auch aus ganz anderen Bereichen heraus ergeben, müssen dann eigentlich nur noch zur Anwendung gebracht werden. Einmal haben wir sogar aus der Medizintechnik einen chemischen Vorgang genommen und in einem Produkt umgesetzt.

Für die Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen bedeutet das, immer ganz genau darüber informiert zu sein, was den Kunden gerade umtreibt?

Selbstverständlich. Aber das allein reicht nicht. Sie müssen auch Bedürfnisse schaffen, denn wo Bedürfnisse fehlen, können wir keine Produkte verkaufen.

Wie gelingt das Ihren Mitarbeitern?

Indem sie neue Produkte kreieren, wo jeder Kunde sagt: „Mensch genau für diesen Bereich kann ich das noch gebrauchen!“ Die extremen Entwicklungen während der letzten 10 Jahre in der LED-Technologie sind uns dabei sehr zu Gute gekommen. Wer hätte z.B. vor 10 Jahren daran gedacht, dass es Bodenleuchten gibt, die in lediglich 7 mm dickes Laminat eingesetzt werden können.

Wie werden diese kreativen und komplexen Prozesse in ihrem Unternehmen angestoßen bzw. im Fluss gehalten?

Bei uns wird einmal pro Monat ein Innovationsmeeting abgehalten. Diese Regelmäßigkeit hat sich bewährt, da wir nicht nur nach den großen Sensationen suchen, sondern auch nach den innovativen Kleinigkeiten für den Alltag, die schließlich deutliche Verbesserungen bewirken. Dabei sehe ich es als eine meiner wesentlichen Aufgaben an, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter jung und „hungrig“ bleiben. Das erreiche ich z.B. indem ich ein Thema anspreche, das im Grunde utopisch ist – z.B. wenn ich mit meinen Mitarbeitern im Auto im Stau stehe. So können dann in vermeintlich unproduktiven Zeiten viele wertvolle Ideen generiert werden, die nur noch umgesetzt werden müssen.

Auf welche Weise gelingt es Ihnen, dass Ihre Mitarbeiter, die alle Experten für ganz verschiedene Themen sind, eine super Teamleistung abgeben?

Für den Erfolg der interdisziplinären Zusammenarbeit sorgt unter anderem eine sehr gut funktionierende Meetingkultur. Es ist sehr präzise beschrieben, was in den verschiedenen Runden passieren soll und es wird dafür Sorge getragen, dass das dann auch wirklich so abläuft.

Innovation steht in Ihrem Unternehmen an vorderster Stelle. Gibt es darüber hinaus noch etwas anderes, was die „genetische“ Struktur von .halemeier ausmacht?

Ja, das ist die gute Zusammenarbeit der Mitarbeiter. Wir haben hier keinen „Big Boss“, sondern jeder ist aufgefordert seine Meinung zu äußern und eine gemeinsame Lösung zu finden. Wir ermächtigen unsere Mitarbeiter quasi bewusst dazu, sich einzumischen. Selbstverständlich setzt das einen bestimmten Qualifizierungsstand voraus.

Viele Innovation heißt gleichzeitig viel Wandel – überfordert dass Ihre Mitarbeiter nicht manchmal?

Ich denke nicht. Bedingt dadurch, dass wir heute gut strukturierte Ablaufprozesse haben, ist alles für die Mitarbeiter wesentlich einfacher nachzuvollziehen und sie wissen woran sie sich zu orientieren haben. Darüber hinaus garantieren diese Prozesse, dass die innovative Idee schließlich qualifiziert abgearbeitet werden kann. Im Prinzip weiß jeder dabei genau was er zu tun hat.

In der Firma .halemeier ticken also im Grunde zwei Herzen: ein unruhiges, schnelles Herz, das Neues kreiert und ein ruhigeres Herz, das alles in geordnete Bahnen lenkt?

So kann man das ausdrücken. Das fordert den Mitarbeitern natürlich ein hohes Maß an Flexibilität ab. Diese Flexibilität ist das Entscheidende für uns und beginnt bereits bei der ersten Produktidee. Sie erstreckt sich über die Auslegung der Techniken bis hin zur letzten Warenausgangsprüfung. Und dabei bleiben wir immer am Puls der Zeit. Weitsicht in der Entwicklung und Flexibilität bei der Umsetzung von Ideen – das ist für uns ganz entscheidend.

Vielen Dank für das äußerst interessante Interview Herr Halemeier!

 

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