Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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SALT AND PEPPER Holding GmbH & Co.KG.

Interview mit Dipl.-Ing. Sven Scholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Technologieberatung SALT AND PEPPER

Die SALT AND PEPPER Holding GmbH & Co. KG hat sich unter der Leitung von Dipl.-Ing. Sven Scholz, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, in nur drei Jahren zu einem der führenden Technologie-Consulting-Unternehmen entwickelt. Die „besondere Würze“ in Form von kompetenten und kreativen Lösungen bietet SALT AND PEPPER seinen Kunden in einem weiten Spektrum von Bereichen, angefangen bei Aerospace über Consumer Goods bis hin zu Shipbuilding. Das außergewöhnliche Unternehmen gehört zu den ambitioniertesten Anbietern seiner Branche. Es zeichnet sich durch ein frisches Konzept aus, das bei einem Besuch der Webseite von SALT AND PEPPER sofort neugierig macht.


Herr Scholz, wie kam es zur Gründung Ihres Unternehmens?

Meine Gründerkollegen und ich kommen alle aus der Konzernwelt und haben uns immer gefühlt wie „Hamster im Laufrad“. Als Geschäftsführer in einem großen Unternehmen musste ich in erster Linie dafür Sorge tragen, dass die Zahlen stimmten. Eine Zeit lang macht das schon Spaß - man kann sich durchaus am Wachstum erfreuen - aber irgendwann stellt man sich dann doch die Frage, ob es da nicht noch etwas anderes gibt. Aus unserer Sicht haben wir bereits in dieser Zeit versucht, das, was Sie als die fünfte Perspektive bezeichnen, zu finden; nämlich das, was über ein rein quantitatives Wachstum im Unternehmen hinausgeht. Nachdem wir uns entschlossen hatten, etwas Eigenes zu machen haben wir uns genau überlegt, wie unsere Firma aussehen sollte. Uns war es von Anfang an wichtig, nicht ausschließlich vom Wachstum getrieben zu sein.

Was haben Sie aus Ihrer Erfahrung in den Großunternehmen für SALT AND PEPPER mitgenommen? Was war für Sie gut und wichtig?

Wenn man sich unsere Verwaltung ansieht, dann ist sie strukturell aufgebaut wie die eines Großunternehmens. Wir haben vom ersten Tag an Kennzahlen für den Vertrieb und Fluktuationsraten gemessen und auch transparent kommuniziert. Das haben wir im Konzernbereich gelernt und von dort übernommen.

Was ist bei SALT AND PEPPER wichtig, um nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ, also gesund, zu wachsen?

Ich denke, ein Unternehmen braucht eine Vision. Wo will man eigentlich hin? Für uns ist es ganz besonders wichtig, ein Top-Arbeitgeber zu sein, da unser Produkt ja der Mitarbeiter ist. Wir bauen schließlich keine Maschinen, wir verkaufen das Know-how unserer Kollegen. Deshalb muss bei SALT AND PEPPER der Mensch im Mittelpunkt stehen; schließlich will man ja, dass die Mitarbeiter zu uns kommen und vor allem gerne im Unternehmen arbeiten. Wir wollen unsere Mitarbeiter langfristig an uns binden. Sie sollen sich in der Struktur so wohl fühlen, dass sie selbst dann bleiben, wenn der finanzielle Anreiz auf Kundenseite möglicherweise höher ist. Wir haben sogar Kollegen, die wieder zu uns zurückgekommen sind, da ihnen unser „Unternehmens-Rezept“ besser schmeckt. So schließt sich für uns ein Kreis: Starken Arbeitgebern gelingt es, starke Mitarbeiter zu gewinnen, die eine hervorragende Projektarbeit leisten, was wiederum die Tür zu besonders attraktiven Geschäftspartnern öffnet und nicht zuletzt zu guten Gewinnen führt.

Wo ist der Ansatzpunkt für Sie, diesem Kreislauf aufrecht zu erhalten?

Für uns ist unsere Positionierung als zuverlässiger, partnerschaftlicher Arbeitgeber von großer Bedeutung. Es ist sehr wichtig alle Kollegen mit ihren Stärken und Schwächen ernst zu nehmen und weiter zu entwickeln. Unsere Werte existieren nicht nur auf dem Papier, wir leben sie hier tagtäglich. Über den Ansatzpunkt des gegenseitigen Respekts, z.B. der Kommunikation auf Augenhöhe, entwickelt sich dann schnell eine positive Dynamik. Ich bin der festen Überzeugung, dass nur dann, wenn man etwas mit echter Leidenschaft macht, man in der Lage ist, Höchstleistungen zu bringen.

Diese Leidenschaft zu entfachen, wie gelingt Ihnen das?

Wir legen sehr viel Wert auf Kreativität und Spaß an der Arbeit, da das immer etwas Neues bzw. eine Weiterentwicklung beinhaltet. Ganz wichtig ist selbstverständlich Professionalität, weil wir einen Top-Job mit Top-Leuten machen wollen. Eine weitere wichtige Rolle spielt Respekt und zwar dem Auszubildenden gegenüber, genauso wie dem Geschäftsführer, das heißt: flache Hierarchien schaffen und jeden in seinem Job ernst nehmen. Jeder hat in seinem Bereich die Möglichkeit, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Ich bin als Mitarbeiter aktiv eingebunden und weiß, dass ich eine Aufgabe habe, die wichtig für das Ganze ist.

Wie würden Sie die Kultur in Ihrem Unternehmen beschreiben?

Wir haben drei Modelle, die wir bei uns pflegen: das amerikanische, das holländische und das deutsche Modell. Das amerikanische ist für mich Entrepreneurship, also den Mut zu haben, neue Wege zu gehen, auch wenn man mal verliert. Das holländische ist, Geschäfte zu machen, bei denen sich beide Seiten als Gewinner fühlen. Also eine Art Lockerheit ins Geschäft reinbringen. Und schließlich das deutsche: Tugenden wie Pünktlichkeit, Seriosität, Glaubwürdigkeit. Wir haben das Beste der drei Modelle vereint und das ist es, was SALT AND PEPPER ausmacht. Bei uns sind die Türen immer offen. Wir sind nahbar und haben für den Input unserer Mitarbeiter, die als Ingenieure sehr viel Wissen mitbringen, immer ein offenes Ohr und setzen Vorschläge um. Wir sind so etwas wie eine große Familie und unsere Standorte sollen immer diesen Familiencharakter behalten - groß werden indem man klein bleibt. Deshalb können wir uns auch nicht vorstellen, Firmen zu kaufen. Wir wollen immer unseren ursprünglichen Gründergeist mitnehmen, was eigentlich nur durch organisches Wachstum geht.

SALT AND PEPPER hat sich im Verlauf von lediglich drei Jahren enorm entwickelt. Was hat Ihrer Ansicht nach dieses Wachstum möglich gemacht?

Zuallererst natürlich, dass wir an das glauben was wir verkaufen. Das ist eigentlich das wahre Erfolgsrezept. Technologieberatung findet bei SALT AND PEPPER auf höchstem Niveau statt und erstreckt sich über drei Bereiche: operative Managementberatung, Interim Management und Ingenieurdienstleistungen. Wir bieten aus einer Hand sowohl konzeptionelle als auch operative Unterstützung. Über das Fachliche hinaus, ist es uns selbstverständlich sehr wichtig, ein exzellenter Dienstleister zu sein. Da wir uns auch weiterhin als starker Partner präsentieren wollen, der jederzeit Spezialisten zur Verfügung stellen kann, ist Wachstum für uns natürlich besonders wichtig.

Wie wollen Sie dieses Ziel im Endeffekt in der Praxis erreichen?

Indem wir unsere Organisation weiter ausbauen. Es sind noch weitere Standorte geplant, von denen jeder seine eigene Expertise hat und für die Weiterqualifizierung der Mitarbeiter selbst verantwortlich ist. Voraussetzung für ein solches Wachstum ist es, jeden Tag aktiv nach neuen Projekten, Kunden und Mitarbeitern zu suchen. Wir managen unser Unternehmen wie eine Vertriebsorganisation, d.h. wir fahren eigentlich jeden Tag raus, um zu sehen wo mögliche Kunden und Projekte für potenzielle neue Mitarbeiter sind.

Sie betonten, wie entscheidend erstklassige Ingenieure für Ihr Unternehmen sind. Was macht für Sie persönlich den idealen Mitarbeiter aus?

Unsere Ingenieure sollten eigentlich Generalisten mit Spezialwissen sein und sich idealerweise in mindestens zwei Branchen gut auskennen. Das sichert einerseits, dass, sollte eine Branche mal im Keller sein, der Mitarbeiter in der zweiten eingesetzt werden kann. Andererseits werden unsere Ingenieure nicht „betriebsblind“, sondern sind in der Lage „über den Tellerrand“ zu blicken und so beim Kunden mit kreativen Ideen aufzuwarten – also Ingenieure mit „Rundumblick“. Das sind übrigens gleichzeitig die Gründe für die fachlich sehr breite Aufstellung des gesamten Unternehmens. Auf diese Weise bieten wir unseren Kunden einen Mehrwert: z.B. setzen wir beim Thema Automotive nicht ausschließlich Leute aus der Automobilbranche ein, sondern auch Menschen, die branchenübergreifend im Bereich der erneuerbaren Energien bzw. der Energiebranche generell gearbeitet haben. Aktuell besonders spannend beim Thema Elektromobilität, wo neue Werkstoffe und Verfahren zum Einsatz kommen. Hier kann SALT AND PEPPER mit branchenübergreifenden Erfahrungen aufwarten.

Wo finden Sie die passenden Mitarbeiter für SALT AND PEPPER?

Das lässt sich pauschal schwer beantworten, da der „passende Mitarbeiter“ immer anders aussehen kann. Wir suchen neue Kollegen über verschiedene Kanäle und an verschiedenen Orten. Bei Absolventen, die sich bei uns bewerben, finden es klasse, zu reisen und an unterschiedlichen Projekten mitzuarbeiten. Für sie ist es auch sehr bereichernd, innerhalb von zwei Jahren an drei oder vier Orten und in unterschiedlichen Strukturen zu arbeiten, also sowohl einen deutschen Mittelständler  als auch einen amerikanischen Konzern kennenzulernen. So können sie in kürzester Zeit viel Berufserfahrung sammeln. Schwieriger wird es dann für uns, wenn Familienplanung ein Thema wird. Dann versuchen wir unser bestes, Projekte in der näheren Umgebung zu akquirieren. Der Mitarbeiter und seine Bedürfnisse stehen bei uns im Mittelpunkt. Wir setzen natürlich immer stärker auch auf ältere Mitarbeiter, die bereits über 50 sind. Diese finden häufig bei den Großen keine Anstellung mehr, denen sind sie zu alt. Bei uns hingegen sind sie und ihr Erfahrungsschatz gerne gesehen.

Warum haben sie gerade SALT AND PEPPER als Namen für Ihr Unternehmen gewählt?

Einerseits, weil er zu uns passt, andererseits natürlich, weil er provokant und einprägsam ist. Wir wollen auffallen und suchen passende Mitarbeiter, die auch Lust haben zu kommunizieren und zu den verschiedenen Kunden hinzufahren. Das hat auch etwas mit Mut und Positionierung zu tun; wir suchen „hungrige“ Mitarbeiter, denen wir dann „heiße Kochstellen“, d.h. spannende Aufgaben bei interessanten Geschäftspartnern, bieten können. Eher konservative Ingenieure fühlen sich damit oft nicht wohl, aber wir suchen ja auch beratende Ingenieure und dazu gehören eben dieser Mut und eine gewisse Aufgeschlossenheit neuen Wegen – und auch würzigen Namen – gegenüber.

Wie sehen Sie sich in der Zukunft?

Wir möchten ein Hidden Champion werden – kein Marktführer. SALT AND PEPPER wird das innovative Angebot, unsere umfassende Technologieberatung, d.h. Beratung und Ingenieurdienstleistungen aus einer Hand, fest am Markt etablieren. Außerdem lautet unser offizielles Unternehmensziel, der beliebteste Arbeitgeber unserer Branche zu werden. Hidden Champion, weil sich zum einen für mich die Frage, woran man einen Marktführer eigentlich festmacht, schwer beantworten lässt. Zum anderen, weil man sich, wenn man „einen Berg hochrennt“, vor Augen führen sollte, dass es auf der anderen Seite wieder runter geht. Das blinde Rennen im Hamsterrad haben wir hinter uns gelassen.

Herr Scholz ich bedanke mich sehr für diesen überaus interessanten Einblick in Ihr Unternehmen!

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