Gesundes Wachstum im Mittelstand
31.08.2016, 18.00 - 20.00 Uhr
Vortrags und Podiumsdiskussion in Meppen

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Rekers GmbH Maschinen- und Anlagenbau.

Interview mit Karl Rekers, Seniorchef der REKERS GmbH Maschinenbau- und Anlagenbau.




Als mittelständisches Unternehmen gehört die REKERS GmbH bereits seit 50 Jahren zu den führenden Herstellern von Maschinen und Anlagen mit Schwerpunkt im Bereich der Betonindustrie. Die Firma Rekers verbindet den Maschinen- und Anlagenbau mit auf die speziellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnittenen Dienstleistungen, um selbst für anspruchsvollste Kundenprojekte Problemlösungen anbieten zu können. Der Firmengründer Herr Karl Rekers ist heute noch als Seniorchef im Unternehmen tätig.


Herr Rekers, was ist ihrer Meinung nach wichtig, damit ein Unternehmen gut funktioniert und so wie bei ihnen ein gesundes und nachhaltiges Wachstum aufweist?

Zunächst gilt es das Thema Finanzen ausreichend zu beachten. Schließlich möchte man ja jeden Tag wissen, ob man auch etwas verdient hat. Deshalb habe ich mein Unternehmen schon sehr früh auf die Basis einer IT-Infrastruktur gestellt. So konnten wir schnell feststellen, nachdem ein Auftrag abgewickelt worden war, ob wir an dem Produkt auch genug verdient hatten und uns falls nötig von unrentabel gewordenen Bereichen trennen. So haben wir z. B. den Stahlbau wieder aufgegeben, nachdem durch die wachsende Konkurrenz die Preise zu schlecht geworden waren.

Wo liegen die Anfänge der REKERS GmbH?

Da mein älterer Bruder nach dem Krieg den elterlichen Betrieb, ein Bauunternehmen und Betonwerk, übernommen hatte, begann ich zunächst als Konstrukteur bei der Gutehoffnungshütte in Sterkrade, wo ich mich mit der Entwicklung von Gasturbinen beschäftigte. Während dieser Zeit hatte ich bereits immer wieder für den elterlichen Betrieb verschiedene praktische Gegenstände konstruiert. Mit einem Greifer, der speziell zum Beladen von LKWs mit Gehwegplatten eingesetzt wurde, begann es dann. Das war der Anfang der Firma, da ich den Plattengreifer nun auch für andere Betonwerke herstellte. Zunächst produzierte ich in der elterlichen Werkstatt, die aber bereits nach zwei Jahren aus allen Nähten platzte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits 7 oder 8 Mitarbeiter. Der Betrieb wurde offiziell am 01.11.1955 angemeldet und besteht inzwischen seit über 50 Jahren.

Wie ging es von da an weiter?

Neben der Konstruktion von Maschinen konnten wir später noch Stahlbau anbieten. Da wir in der Umgebung die einzigen waren, die die Schweißzulassung hatten, waren wir außer Konkurrenz. Wir begannen unsere Maschinen mit einer programmierten Steuerung zu versehen. So konnte nun z. B. der Beton von einer zentralen Mischanlage aus über Hängewagen zu den Einfülltrichtern der einzelnen Maschinen transportiert werden. „Per Knopfdruck“ konnte ein Mitarbeiter dafür sorgen, dass die richtige Mischung in den richtigen Kübel gelangte. Elektrische Steuerungen waren für uns immer von zentraler Bedeutung. Damals war das revolutionär. Computer wurden zu der Zeit nur in der Buchhaltung, für das Rechnungen schreiben eingesetzt. Die Konkurrenz hat uns für verrückt gehalten, dass wir unsere Anlagen über den Computer steuern. Wir waren der Konkurrenz hier 10 Jahre voraus.

Herr Rekers wie haben Sie es geschafft, so häufig der erste bei der Umsetzung so vieler unterschiedlicher Dinge zu sein?

Ich war bereits als Junge schon sehr technisch interessiert. Zudem war ich von klein auf im elterlichen Betrieb - ich bin praktisch „im Beton groß geworden“ - und dann habe ich immer sehr genau beobachtet, was es neues gibt. Aber ich hatte auch sehr gute Mitarbeiter, die einen wichtigen Beitrag geleistet haben. Eine wichtige Rolle hat dabei meine Frau gespielt, die schon immer sehr innovationsfreudig war. Wir sind ein sehr gutes Team gewesen, was gerade in den ersten Jahren der Entwicklung sehr wichtig war.

Gab es in diesem Team von Anfang an eine Aufgabenteilung? Was war in den ersten Jahren der Firmenentwicklung Ihre Hauptaufgabe?

Meine Frau hat sich um die Jahresabschlüsse gekümmert und wusste dort genau Bescheid. Ich konnte mich auf meine Arbeit als Ingenieur sowie die Kundenbesuche konzentrieren. Da ich durch den elterlichen Betrieb mit Betonwerken vertraut war, konnte ich genau auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und mit ihnen gemeinsam Lösungen erarbeiten. So konnten die ganzen Entwicklungen erst entstehen.

Wie ist in Ihrem Unternehmen das Thema Personalführung und Personalentwicklung geregelt?

Im Hinblick auf die Mitarbeiter ist es wichtig, dafür zu sorgen, die richtigen Leute an der richtigen Stelle zu haben. Da ich einen sehr guten Betriebsleiter hatte, konnte ich die Aufgaben in diesem Bereich an ihn delegieren. Selbst konnte ich mich recht wenig darum kümmern, da ich sehr viel zum Kunden reisen musste – beispielsweise in die USA wo ich sehr oft war.

Demnach haben Sie von Anfang an möglichst viel delegiert?

Ja. Man muss den Mitarbeitern möglichst viel Freiheit und Entscheidungsspielraum lassen. Natürlich ist es trotzdem wichtig immer mal wieder zu sehen, wohin die Entwicklung geht, um rechtzeitig bremsen zu können oder in die richtige Richtung zu lenken.

Würden Sie sagen, das ist etwas, was Sie als Mensch, als Unternehmensleiter, als Gründer ausmacht, dass Sie Dinge initiiert haben, an bestimmten Stellen die lange Leine gelassen und an anderen Stellen die Steuerung übernommen haben?

Ja sicher. Vor allen Dingen habe ich mich immer bemüht, kompetent zu sein und zu bleiben. Man kann sich nicht auf dem Wissen ausruhen, das man auf der Hochschule erlangt hat, sondern muss am Ball bleiben. Hätte ich das nicht gemacht, dann wüsste ich heute über EDV gar nichts.

Wie spiegelt sich diese Neugier und Aufgeschlossenheit für Neues in Ihren Kundenbeziehungen wieder?

Das Interesse am Kunden und den technischen Herausforderungen, die sich für ihn stellen, stand bei mir immer im Vordergrund. Bei Kundenbesuchen ist es uns wichtig die Kunden zu fragen: „Was meint Ihr denn? Was braucht Ihr und wo hapert es?“ Dann kann man überlegen: „Können wir das umsetzen und wie machen wir das? Ich kenne heute noch viele meiner Kunden. Natürlich hat mittlerweile ein Generationenwechsel stattgefunden. So ist jetzt mein Schwiegersohn auf Messen und bei Kunden unterwegs, berät so wie ich es getan habe und akquiriert Aufträge. Meine Tochter kümmert sich hier um den Betrieb.

Produzieren Sie ausschließlich in Deutschland?

Ja, wir produzieren ganz bewusst nur in Deutschland. Ich habe immer das Prinzip vertreten alles möglichst an einem Ort zu bündeln, um nicht ständig hin und herreisen zu müssen. Wir haben allerdings Verkaufsbüros in den Niederlanden und Frankreich und eine Vertretung in der Nähe von Utrecht. In den Niederlanden haben wir uns sogar zum Hauptlieferanten der Betonwerke entwickelt. Die größten Abnehmer in den letzten 20 und 30 Jahren waren die Vereinigten Staaten, Kanada und England.

Wie würden sie mit drei Begriffen das Grundlegende an der Firma Rekers bzw. die Kultur des Unternehmens beschreiben?

Wir haben gute Mitarbeiter an der richtigen Stelle, schaffen es unsere Mitarbeiter zu begeistern und gelten bei unseren Kunden als absolut fachkompetent. Reklame für das Unternehmen erfolgt durch effiziente persönliche Beratung des Kunden, da liegt unser Fokus.

Herr Rekers, vielen Dank für das ausgesprochen interessante Gespräch!

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